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Nienhagen Nienhäger Projekt "Nahverkehr für alle" soll Mobilität verbessern
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14:04 21.11.2017
Von Simon Ziegler
Nienhagen

Seine Idee ist simpel: Er will an verschiedenen Stellen Mitfahr-Bänke aufstellen. Dort können Bürger warten, um von Autofahrern mitgenommen zu werden. Das lokale Mitfahrangebot ist als Ergänzung des ÖPNV gedacht. Zwischen 7 und 16 Uhr sowie an den Wochenenden gebe es kein ÖPNV-Angebot auf der Strecke. So sollen Nienhäger, die kein Auto haben, leichter nach Hannover kommen. In Ehlershausen gibt es Anschluss an den S-Bahnverkehr.

Ursprünglich sollte ein Verein gegründet werden, in dem Fahrer und Fahrgäste Mitglieder sind. Die Fahrer sollten sich einen Button hinter die Windschutzscheibe kleben. Tickets sollten beim Verein gekauft werden. Inzwischen hat Windelen das Konzept überdacht und setzt auf eine einfachere Lösung. Wer an der Mitfahrbank wartet, kann von jedem Autofahrer mitgenommen werden.

In anderen Regionen würden vergleichbare Mitfahr-Modelle funktionieren, wirbt Windelen für das Projekt. Er sagt, dass es inzwischen Förderzusagen durch das Amt für regionale Landesentwicklung für die Anschaffung der Bänke gebe. Er hat fünf Bänke in Nienhagen, Nienhorst und Ehlershausen ins Auge gefasst. Die Kosten sollen 10.000 Euro betragen.

Doch das Projekt kommt nicht in die Gänge – auch, weil die Gemeinde Nienhagen nicht dahinter steht. Bürgermeister Jörg Makel lobt zwar „die gute Idee“. Doch die umliegenden Gemeinden wie Wathlingen und Ehlershausen sowie die Region Hannover hätten kaum Bereitschaft zum Mitmachen signalisiert. „Das System scheint zum Teil überholt. Kaum einer wird sich auf eine Bank setzen und auf Mitnahme warten. Gerade junge Leute verabreden sich über andere und moderne Kommunikationsmittel“, sagt Makel. Es gebe auch Bedenken, was die Haftung betrifft.

Sollte Windelen genügend Aktive für seine Idee anwerben und damit Unterstützung signalisieren, „kann er an die Förderregion Aller-Fuhse-Aue aber einen entsprechenden Antrag stellen“, so Makel. Eine Kofinanzierung durch die Gemeinde wäre dann denkbar. Die Gemeinde Nienhagen wäre dann nicht Initiator, sondern Unterstützer. Windelen wiederum sagt, er als Privatperson könne keinen Antrag stellen. Das müsste die Gemeinde machen.

Er hat in der vergangenen Woche auf der Langerbeinstraße gezählt, wie viele Fahrzeuge außerhalb des Berufsverkehrs von Nienhagen nach Ehlershausen und zurück fahren. Zwischen 11 und 13 Uhr waren es 102 nach Ehlershausen und 95 auf der Gegenrichtung. Genügend Fahrer wären also vorhanden. Ob das Projekt jemals realisiert wird, ist aber weiterhin unklar.