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Nienhagen Nur wenige Jobs für Flüchtlinge im Kreis Celle
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Nur wenige Jobs für Flüchtlinge im Kreis Celle
15:51 20.06.2018
Von Simon Ziegler
Kassem Shani Baki aus dem Irak verdient sich im Sinnes- und Bewegungsgarten in Nienhagen ein paar Euro dazu. Rosi Fröhlich und Hermann Kesselhut freuen sich über die Unterstützung. Bürgermeister Jörg Makel (Zweiter von links) würde gerne mehr Flüchtlinge in Arbeit bringen – doch die Hürden sind hoch. Quelle: Christian Link
Nienhagen

Die Anstellung der beiden ist ein Gewinn für alle, sagt Hermann Kesselhut vom Förderverein. So stellt man sich gelebte Integration vor: Die Flüchtlinge sind sinnvoll beschäftigt und lernen beim Arbeiten die deutsche Sprache. Und nebenbei verdienen sie sich ein paar Euro dazu.

Beschäftigt sind sie im Rahmen eines Ein-Euro-Projektes über ein Beschäftigungsprogramm des Jobcenters. Dass Flüchtlinge als Arbeiter eingesetzt werden, sei ziemlich schwer zu organisieren, berichtet Nienhagens Bürgermeister Jörg Makel. Er spricht von einem kleinen Drama. Die meisten Asylbewerber seien zwar bereit zu arbeiten, nur passen die Anforderungen der Arbeitgeber und das sprachliche sowie fachliche Leistungsvermögen der Flüchtlinge meist nicht zueinander. Dazu kommen bürokratische Hemmnisse. „Die Folge ist, dass sie zu Hause bleiben. Und sie nehmen zur Kenntnis, dass sie nicht arbeiten und doch alimentiert werden. Eine ganz böse Entwicklung“, so der Bürgermeister.

Bei der Samtgemeinde Wathlingen kümmert sich das Team von Holger Lüning in Kooperation mit dem Familienzentrum Kess und vielen Ehrenamtlichen um die Betreuung der Flüchtlinge. Lüning hat sich in den vergangenen Jahren zu einem Experten entwickelt, wenn es darum geht, im Gesetzes- und Behördendschungel durchzublicken. Ein Problem: Flüchtlinge könnten zum Beispiel im Rahmen des Flüchtlingsintegrationsgesetzes eingesetzt werden, sagt er. Geht aber nicht in Celle: Der Landkreis beteiligt sich nicht an dem Programm. „Dieses Instrument haben wir nicht“, bedauert Lüning.

In der Samtgemeinde könnten Asylbewerber zum Beispiel im Bauhof oder im Klärwerk arbeiten. Oder im Natur- und Umweltschutz. Solange sie nicht anerkannt sind, kann die Gemeinde sie gemeinnützig einsetzen. Sind sie anerkannt, wechseln sie in die Zuständigkeit des Jobcenters. Dann sollen sie dem regulären Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen, die gemeinnützige Arbeit für die Kommune fällt weg. Das Jobcenter wiederum muss darauf achten, dass keine „regulären“ Jobs gefährdet sind. Ein-Euro-Jobs sind also nur möglich, wenn sie in einem Bereich stattfinden, der keine Konkurrenz darstellt. Problematisch ist zudem, dass einige Flüchtlinge arbeiten wollen, wenn sie noch nicht anerkannt sind, um ihre Bleibeperspektive zu verbessern. Sind sie erstmal anerkannt, sinkt bei manchen die Motivation, Ein-Euro-Jobs anzunehmen.

Dabei ist es Konsens, dass Flüchtlinge, um sie zu integrieren, eine Arbeitsperspektive brauchen, sagt Lüning. 275 Flüchtlinge leben derzeit in den drei Dörfern der Samt-gemeinde – 140 in Wathlingen, 119 in Nienhagen und 16 in Adelheidsdorf. Nur ein kleiner Teil von ihnen geht einer Arbeit nach. Ein Großteil nimmt immerhin an Sprachkursen teil.

Auf den Feldern im Celler Land herrscht Alarmstufe Rot: Die Erdbeersaison ist so früh und schnell gestartet wie lange nicht mehr. „Die Bestände sind im Mai sehr schnell gereift und jetzt kommt alles zugleich“, sagt Ralf Lienau vom Erdbeer- und Spargelhof Lienau aus Nienhagen.

Christian Link 08.06.2018

Rückenwind für die Gesamtschule in Celle: Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne hat sich am Donnerstag beim SPD-Bürgerdialog im Nienhäger Hagensaal hinter die Forderung gestellt, dass die Integrierte Gesamtschule (IGS) an der Burgstraße eine eigene Oberstufe bekommt. "Ich persönlich bin der Meinung, dass eine IGS erst dann gut und rund ist, wenn sie eine eigene Oberstufe hat", sagte Tonne, der seit November 2017 im Amt ist.

Simon Ziegler 08.06.2018

Der erst vor rund einem Jahr in Nienhagen gegründete Schwimmbad-Förderverein "Die Wasserbeweger" wird nach einem Vorstandsbeschluss wieder aufgelöst. "Offenbar ist die Zeit noch nicht reif, dass der Verein gebraucht wird", sagte der Vorsitzende Peter Hofstede.

Simon Ziegler 07.06.2018