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Nienhagen Pastor aus Nienhagen wird CDU-Mitglied
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Pastor aus Nienhagen wird CDU-Mitglied
17:57 03.06.2011
Von Simon Ziegler
Nienhagen

Der Pastor hatte einen Aufnahmeantrag gestellt, als Nienhagens Bürgermeister Klaus Gärtner noch Mitglied der CDU war. Er habe mit dem Schritt die moderaten Kräfte in der CDU Nienhagen um die Ortsverbandsvorsitzende Elisabeth Binz stärken wollen, sagte Schmidt-Seffers zur Begründung. Er war in den vergangenen Jahren öfters mit Gärtner aneinander geraten.

Der CDU-Kreisverband lehnte den Aufnahmeantrag zunächst ab. Damit war allerdings die Partei in Nienhagen nicht einverstanden. Denn es sei nicht nachvollziehbar, dass die CDU den Ex-Republikaner Wilhelm Claus Köhler aufnehme, nicht aber den Kirchenmann aus Nienhagen, hieß es. Daraufhin gab es am Mittwoch ein Gespräch in der Celler Parteizentrale im Trüller-Haus. Man habe sich über Themen wie Ostumgehung, Wietzer Schlachthof, Afghanistan-Einsatz und die Stellung der Kirche zur Politik unterhalten, sagte Schmidt-Seffers auf CZ-Nachfrage.

Warum die CDU zunächst den Antrag abgelehnt hat, wird von offizieller Seite nicht kommentiert. Dem Vernehmen nach soll die Parteispitze argumentiert haben, dass mögliche Auseinandersetzungen sowohl dem Pastor als auch der CDU schaden könnten. Klar ist zudem, dass Schmidt-Seffers in der Vergangenheit öffentlich nicht gerade auf CDU-Linie war. So organisierte er unlängst eine kritische Podiumsdiskussion zu Schlachthof und Mastställen. Gegen die Ostumgehung hatte er sogar geklagt. In Nienhagen behauptete zuletzt Ratsherr Ralf Überheim, „das Pastorenehepaar“ agiere gemeinsam mit der SPD.

Parteipolitisch auftreten oder für Ämter kandidieren werde er nicht, stellte der Pastor klar. Mit einer „stillen Mitgliedschaft“ wolle er die politischen Strukturen stärken und eine Partei unterstützen, die auf der Grundlage des christlichen Menschenbildes Politik mache. Er sieht keinen Widerspruch darin, dass Pastoren parteipolitisch unabhängig sein sollen.

Nienhagen bleibt in jedem Fall für Überraschungen gut: Dass Schmidt-Seffers fortan CDU-Mitglied ist, während Gärtner als Ex-Christdemokrat durchgeht, mutet beinahe wie eine Ironie der Geschichte an.