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Nienhagen Ralf Überheim: Alternative bieten
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Ralf Überheim: Alternative bieten
22:16 18.05.2014
Von Simon Ziegler
Bürgermeisterkandidat Ralf Überheim und seine Frau Kerstin im Garten ihres Hauses.  Quelle: Alex Sorokin
Papenhorst

2006 der erste Versuch bei der Wahl zum Wathlinger Samtgemeindebürgermeister, 2008 die Kandidatur für den niedersächsischen Landtag, 2009 und 2013 Bewerbungen für den deutschen Bundestag, jetzt die Kandidatur als Verwaltungschef in der Samtgemeinde Wathlingen: Ralf Überheim (FDP) ist nicht unterzukriegen. Die Ergebnisse waren in der Vergangenheit sehr unterschiedlich, mal holte er starke 15 Prozent bei der Bundestagswahl, mal lief es weniger gut. Sie haben aber eines gemeinsam: In ein politisches Amt gewählt wurde der 52-Jährige bislang nicht.Für den fünffachen Familienvater kein Grund, es nicht trotzdem immer wieder zu versuchen. Der Papenhorster will hauptberuflich Politiker sein. Oder um es so zu sagen: „Richtig gute Politik kann man nur machen, wenn man dafür bezahlt wird“, erklärt Überheim. Verdienstvoll ist seine Kandidatur allemal. Während CDU und Grüne keinen Bewerber aufstellen, sorgt Überheim dafür, dass die Menschen in Nienhagen, Wathlingen und Adelheidsdorf überhaupt eine Wahl haben.Überheim ist kürzlich von Haustür zu Haustür gelaufen und hat mehr als 100 Unterschriften für seine Kandidatur gesammelt. Dabei habe er erfahren, dass es so etwas wie Wechselstimmung in der Samtgemeinde gebe, sagt er. „Viele sehen es als kritisch an, dass Grube in seine dritte Amtszeit gehen will.“ Eigentlich wollte Überheim als unabhängiger Einzelbewerber antreten, an fehlenden Unterschriften hätte es nicht gelegen. Jetzt fordert er Grube doch als FDP-Kandidat heraus, seine Partei hat ihn wohl darum gebeten.Überheim, der im Gemeinderat Nienhagen als auch im Samtgemeinderat in Wathlingen Mitglied ist, will die Samtgemeinde nachhaltiger machen. Die fetten Jahren seien vorbei. „Wir haben im Grunde alle Ressourcen aufgebraucht, mehr geht nicht“, sagt er mit Blick auf das endliche Bauland der Kommunen. Jetzt sei der Erhalt des Status Quo gefragt, dafür will er eintreten. Ansatzpunkte, die Dinge anders zu machen als die derzeit Verantwortlichen, findet er zur Genüge. Ein Bürgerbus-Gutachten für die Region Aller-Fuhse-Aue für 38.000 Euro, für das auch Amtsinhaber Grube die Verantwortung trage, sei „rausgeschmissenes Geld“ – zumal er sein eigenes Bürgerbus-Gutachten zur Verfügung gestellt hat. Nicht richtig findet er es, dass die öffentliche Hand im 4G-Park ein Restaurant betreibt. Bei der Windkraft hätte man die Bürger fragen müssen, sagt der FDP-Mann.Überheim ist ein Tausendsassa, der viele Ideen hat. Er stellt beruflich Zahnersatz her und ist als Dozent für Wirtschaftsfachleute und Betriebswirte unterwegs. Über falsche Akzente in der Steuerpolitik kann er engagierte Reden halten. Er kann austeilen und muss einstecken – oft ist er derjenige, der vor allem in Nienhagen auf Konfrontationskurs zum SPD-geführten Rathaus geht.Dabei ist Überheim eigentlich ein ruhiger Vertreter, einer, der seine Worte abwägt und überzeugen will. Er kommt ursprünglich aus dem Ruhrpott. Als er 14 Jahre alt war, zogen die Eltern nach Ahnsbeck. Überheim machte später in Bielefeld eine Ausbildung zum Polizeibeamten, sattelte um, kehrte 1987 in den Kreis Celle zurück, legte 1990 in Hamburg die Meisterprüfung als Zahntechniker ab und beendete 2001 erfolgreich ein BWL-Fernstudium.Jetzt muss er darauf setzen, dass aus dem bürgerlich-konservativen Lager, wo durch das Fehlen einer CDU-Kandidatur eine Lücke entstanden ist, viele für ihn stimmen. Er ist im Wettbewerb mit Wolfgang Grube der Außenseiter, und er weiß das. „Das Ziel ist es, am 25. Mai eine Alternative zu bieten.“