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Nienhagen Regionales Jugendsinfonieorchester Hannover begeistert im Hagensaal
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18:51 04.01.2017
Das Regionale Jugendsinfonie­orchester Hannover überzeugte bei seinem Konzert im Nienhagener Hagensaal. Quelle: Oliver Knoblich
Nienhagen

Üben statt chillen. Eine Woche lang bereiten sich die jungen Musiker intensiv auf ihren Auftritt im Hagensaal vor. Haben lange vorher schon geübt und auch 155 Euro als Teilnehmerbeitrag bezahlt. Für eine Rundumversorgung. Sie haben damit die Möglichkeit zum Spiel in einem sinfonisch besetzten Jugendorchester, unter Anleitung erfahrener Dozenten. Man spürt die Begeisterung dieser jungen Leute.

Jean Sibelius, Modest Mussorgski und Richard Wagner, das waren die Komponisten des ersten Teiles des Programms. Hierzulande durchaus geläufige Namen. Karelia-Suite. Die Nacht auf dem kahlen Berge. Siegfrieds Rheinfahrt. Ihre hier präsentierten Werke sind auch als musikalische Landschaftsbeschreibung aus ihrer Heimat zu verstehen oder sollen so verstanden werden.

Aaron Copland, ein oder eher der amerikanische Komponist des 20. Jahrhunderts, wurde der zweite Teil des Abends gewidmet. „Wer solch eine Musik schreibt, wird wohl später einen Mord begehen“, wurde einmal über ein Orgelkonzert von Copland gesagt. Aber zum Glück treffen nicht alle Prognosen ein. „Appalachian Spring“ (Ballet for Martha) war der Titel und der hat nichts gemein mit der Übersetzung „Frühling“ und Cop­land hatte auch keine Landschaftsbeschreibung vor. Das Werk, für ein Ballett geschrieben, zeichnet sehr gefühlvoll die Partnerschaft junger Pioniere nach.

Ein sehr anspruchsvolles Programm, das Orchester konnte seine Bandbreite eindrucksvoll demonstrieren. Doch waren in diesem Jahr (erstmals?) auch einige Zuhörerplätze nicht besetzt. War das Programm vielleicht zu anspruchsvoll?

„Mexikanischer Tanz“ lautete die Zugabe. Zusammen mit dem Orchester kamen auch die Zuhörer in Fahrt. Begeisterter Beifall. Zu Recht für diese besondere Leistung. Vielleicht ein kleiner Hinweis, doch zukünftig durch eine „breitere Fächerung der Programmauswahl“, wie sich die eigene Zielsetzung des Orchesters liest, dem Publikumsgeschmack noch mehr entgegen zu kommen. Wie wär’s mal mit Mike Batts „Caravans“? Eine Steilvorlage für diese tolle Musikergemeinschaft.

Von Wieland Schäfer