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Nienhagen Schimmel: Nienhäger Kirchengemeinde plant Orgel-Sanierung
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Schimmel: Nienhäger Kirchengemeinde plant Orgel-Sanierung
17:20 20.01.2017
Von Simon Ziegler
Klang-Reformation in Nienhagen: Harald Schilbock, Uwe Schmidt-Seffers und Reinhold Brunotte (von links) starten das Projekt Orgelsanierung. Quelle: Oliver Knoblich
Nienhagen

An der „Königin der Instrumente“ nagt der Zahn der Zeit. Nicht nur, dass sie entstaubt und Dichtungen ausgetauscht werden müssen, wie Organist Reinhold Brunotte sagt. Das größte Problem ist der Schimmel, der sich innerhalb der Orgel breit gemacht hat. Sämtliche Orgelpfeifen müssen davon befreit werden. Auch die Ursache soll bekämpft werden: Der Einbau eines neuen Gebläsemotors, der die Luft aus dem Kirchenraum ansaugt, soll künftig dafür sorgen, dass die Temperaturunterschiede geringer ausfallen. „Wir nehmen auch eine Klangveränderung vor. Denn wir wollen einen wärmeren Klang“, sagt Brunotte.

Das alles kostet Geld. Sehr viel Geld. Pastor Uwe Schmidt-Seffers und Kirchenvorsteher Harald Schilbock haben Zahlen zur Hand. Die Ausschreibung habe ergeben, dass alles in allem 64.000 Euro benötigt werden. Da ein Zuschuss der Landeskirche in Höhe von 17.000 Euro sowie zwei Spenden über jeweils 1000 Euro schon feststehen, werden noch 45.000 Euro benötigt. „Unser Ziel ist es, das Geld bis zum 25. Juni zusammen zu haben“, sagt Schilbock. Es ist seit vielen Jahren das größte Projekt der Kirchengemeinde. Der Orgelsanierung haben sie in Nienhagen – 500 Jahre nach Luther – einen hübschen Namen gegeben: „Klang-Reformation“.

Die Größe der Aufgabe verdeutlicht Schmidt-Seffers: „Der Zeitplan ist sehr sportlich, denn wir brauchen bereits rund 20.000 Euro an Spenden für das Tagesgeschäft.“ Um die Orgelarbeiten finanzieren zu können, sollen jetzt Firmen angesprochen werden. Auch bei der Gemeinde Nienhagen wurde um Unterstützung gebeten. „Wir sind mit 3300 Mitgliedern die größte Personengemeinschaft in Nienhagen, da möchten wir die Gemeinde schon in die Pflicht nehmen“, sagt der Pastor.

Auch Bürger können beim Erhalt des Kulturgutes helfen. Sie können beispielsweise eine Patenschaft für eine der 110 Tasten oder 24 Register der Orgel übernehmen. Eine Patenschaft ist für 100 bis 500 Euro zu haben. Außerdem wurde eigens eine mobile Orgelpfeife angefertigt, die als Spendenbox fungiert. Bei Gottesdiensten können Besucher also den ein oder anderen Euro in die Orgelpfeife schmeißen. Die Pfeife kann auch ausgeliehen werden, damit zum Beispiel bei Unternehmensfeiern gesammelt wird.

An diesem Sonntag soll in der Gemeindeversammlung nach dem Gottesdienst der Startschuss für das Projekt fallen. Sollte die Spendensumme bis Ende Juni erreicht werden, müsste mehrere Monate an der Orgel gearbeitet werden. Das soll sich lohnen, sagt Schmidt-Seffers: „Wir wollen das größte Instrument in Nienhagen für die nächsten 50 Jahre fit machen.“