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Nienhagen Sparkurs in Samtgemeinde Wathlingen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Sparkurs in Samtgemeinde Wathlingen
14:44 26.12.2011
Von Simon Ziegler
Nienhagen

Nach den enormen Kraftanstrengungen der vergangenen Jahre, die der Samtgemeinde Wathlingen ein saniertes Freibad und drei neue Mensen in drei Grundschulen beschert haben, stehen die Zeichen in der Samtgemeinde auf Sparen. „Wir haben uns in den vergangenen Jahren gut etwas geleistet“, sagte Kämmerer Thorsten Borchers, der einen Etat vorlegte, dessen größte Investition die energetische Gebäudesanierung im Hallenbad Nienhagen ist. Kostenpunkt: 270.000 Euro. Die Schulhofsanierung der Grundschule Nienhagen wird weitere 230.000 Euro beanspruchen. Dazu kommt der Ausbau des Dachgeschosses der Grundschule Adelheidsdorf für 20.000 Euro. Viel mehr an Investitionen steht 2012 nicht an.

Von einer Haushaltskonsolidierung zu sprechen, verbietet sich dennoch. Wie berichtet ist vor allem die finanzielle Belastung der Nachmittagsbetreuung in den Grundschulen so hoch, dass sich der Samtgemeinderat genötigt sah, einen Appell Richtung Hannover zu schicken, das Land möge doch bitteschön die Kosten der Ganztagsbetreuung - 600.000 Euro im Jahr - übernehmen. Die hohen Kosten führen zu enorm hohen Umlagen – und zu Kritik der Kommunalpolitik. „Als Bürgermeisterin einer Mitgliedsgemeinde kann ich dem Hebesatz nicht zustimmen“, sagte Susanne Führer (CDU) aus Adelheidsdorf mit Blick auf die Samtgemeindeumlage, die 2012 mit 57,5 Prozentpunkten angesetzt wurde. „Alles was über 50 Prozent ist, ist unanständig“, so Führer.

Auch Walter Twelkemeyer (WG) kritisierte den Etat scharf. Die Samtgemeinde leiste sich eine Bücherei mit zwei Standorten, Freibad und Hallenbad, eine Naturkontaktstation und Nachmittagsbetreuung. „Sie nimmt den Mitgliedsgemeinden die Luft zum Atmen“, sagte der Einzelabgeordnete aus Adelheidsdorf.

„Kleinkariert und unehrlich“ sei diese Kritik, konterte Peter Mahler (SPD). „Wer sagt, die Umlagen sind zu hoch, muss sagen, wo gespart werden kann“, so der Finanzexperte der Sozialdemokraten. Schließlich könnte das Land Niedersachsen irgendwann auch darauf drängen, dass im Celler Südkreis eine Einheitsgemeinde gegründet werden soll. Da nickten die Köpfe in den Reihen der Grünen. Schließlich hatte die Öko-Partei vor einiger Zeit die Gründung einer Einheitsgemeinde aus Nienhagen, Wathlingen und Adelheidsdorf ins Spiel gebracht.

Kurt Denecke erinnerte daran, dass die Samtgemeinde bald eine halbe Million Euro Zinsen im Jahr zu zahlen habe. „Erlöse müssen rein. Wir müssen neue Wege gehen“, forderte der Mann von der Bürgerlichen Liste, der sich dafür aussprach, die Windkraft auszubauen, um so neue Einnahmequellen zu erschließen. Auch Jörg Makel (SPD) nahm den Energiesektor ins Visier. Er regte an, im Rahmen einer Klausurtagung die „Energiefrage zu klären“. Das kläre auch die Haushaltsfrage, da sich Energie weiter verteuern werde, sagte Nienhagens Bürgermeister.

Bei zwei Gegenstimmen und zwei Enthaltungen hat der Samtgemeinderat den Haushalt 2012 schließlich mit deutlicher Mehrheit abgesegnet. Die Samtgemeinde erwartet knapp 5,1 Millionen Euro Umlage aus den drei Mitgliedsgemeinden. Davon zahlt Nienhagen 2,57 Millionen Euro, Wathlingen 1,68 Millionen Euro und Adelheidsdorf 850.000 Euro, sagte Kämmerer Borchers der Celleschen Zeitung. Zudem erhält die Samtgemeinde 2,3 Millionen Euro Schlüsselzuweisung aus der Landeshauptstadt Hannover. Davon gehen allerdings gut eine Million Euro per Kreisumlage an den Landkreis Celle. Rund 630.000 Euro der Schlüsselzuweisung werden an Nienhagen, Wathlingen und Adelheidsdorf weitergereicht.