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Nienhagen Theater in Nienhagen: Hagensaal wird zur Raststätte
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Theater in Nienhagen: Hagensaal wird zur Raststätte
17:10 16.10.2016
Von Christopher Menge
Nienhagen

Der Nienhäger Diakon Sven Gutzeit, dessen Stelle durch das Stück finanziert wird, führte selbst Regie und spielte zwei kleine Nebenrollen in dem Stück „Currywurst mit Pommes“, das an der Imbissbude „Hansibar“ an einer Strecke in den Süden spielt. „Das Besondere an dem Stück ist, dass 10 Schauspieler 70 Rollen spielen“, sagte Gutzeit, „wir ziehen uns schnell um und kommen als neue Charaktere auf die Bühne zurück – das ist die große Herausforderung.“

Für die Besucher begann der Aufenthalt auf der Raststätte aber schon am Eingang zum Hagensaal. Von der Dorfstraße aus sah man schon die Hinweisschilder mit dem Aufdruck „Rast und Tank Laurentiusmoor“, Entfernungsbaken wiesen den Weg in die Raststätte, und die vielen Helfer, die alle in einen Blaumann geschlüpft waren, begrüßten die Gäste auf ihrem Arbeitsplatz. Im Eingangsbereich stand eine selbst gebaute Zapfsäule, an den Toilettenwänden waren große Blätter zum Bekritzeln aufgehängt und der Gastronomiebereich ließ keine Wünsche offen.

„Die Gäste sollen, sobald sie die Schwelle übertreten, im Stück sein“, sagte Katrin Frank, die mit ihrem Team die Dekoration organisiert hatte. Ulrike Landsberg und ihre Mitarbeiterinnen sorgten für die Verköstigung, und Ewald Richter, Detlef Gradert und Helmut Glauner sorgten durch eine tolle Kulisse für eine realitätsnahe Atmosphäre. Grundschüler und Kindergartenkinder hatten außerdem Bilder gemalt, wie sie sich einen Rastplatz an der Autobahn vorstellen.

Über manche Charaktere würden sich die jungen Nienhäger aber wohl wundern, denn das Stück ist eine schrille 1990er-Jahre-Revue. Ein Politiker aus dem Rheinland kommt dabei mit dem Umzug von Bonn nach Berlin genauso wenig klar wie eine Frau mit der Tatsache, dass ihr Ex-Mann, den sie zufällig auf der Raststätte trifft, das Ufer gewechselt hat. Noch böser erwischt es einen anderen Mann, den seine Frau auf dem Weg in den Urlaub auf der Raststätte sitzen lässt. Deutlich besser läuft es da für einen Mantafahrer, dem die Frauen nur so zufliegen.

Nach der Pause – oder drei Wochen später – sehen die Zuschauer erneut die handelnden Personen – dieses Mal auf der Rückreise. Imbissbesitzerin Penny wird Zeuge, wie sich Holländer und Dänen vor ihrer Bude prügeln, wie zwei alte Männer, die in das nahegelegene Seniorenheim abgeschoben worden sind, Freundschaft schließen und wie die Frau reagiert, als sich ihr Ex-Mann ihren neuen Geliebten angelt.