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Nienhagen Tuner zeigen gedopte Käfer
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17:10 30.09.2013
Nienhorst

Uralt ist er, am Heck hat er noch das geteilte Fenster, was ihn als ganz frühen Käfer ausweist. Über 600.000 Kilometer stehen auf dem Tacho. Doch der Volkswagen aus dem Jahr 1946 ist kein bisschen altersschwach. 190 PS leistet der Motor mit 2,2 Liter Hubraum unter der Haube. Die beschleunigen den braun lackierten Wagen auf 225 Spitze. Als Rolf Klaus den Wagen 1972 für 100 D-Mark kaufte, hatte der Vorbesitzer eine Blechwanne unter den Motor gehängt, weil der Öl verlor. Der Originalmotor mit 24,5 PS wurde ausgebaut, seit 1977 ist „diese Art Motor drin“, wie Klaus sagt.

Sein Wagen war schon mal stärker motorisiert. Über die Maschine, die bis 2004 ihren Dienst unter der Haube versah, möchte Klaus eigentlich gar nichts sagen. Nur so viel, dass er 1986 mal auf der Fahrt von Kempten nach Rinteln eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 174 Kilometern pro Stunde erreichte - „mit Landstraße“. Es gibt Geschichten, dass er extra mal rechts ran fuhr, damit die interessierten Polizisten auch mal schauen konnten, mit was für einem Auto sie es da zu tun hatten, denn die Modifikationen am Fahrwerk sind so dezent umgesetzt, dass sie kaum auffallen. Oder dass er mit seinem Käfer auf der Autobahn mal einem Porsche davon fuhr.

Bezeugen kann das Hand-Dieter Kremling aus Nienhorst, der am Sonntag seine Tuning-Freunde zum Treffen eingeladen hatte. Und sie kamen mit ihren Raritäten: Harro Jensen aus Eiderstedt mit dem Turbo-Käfer, dem man nicht an den breiten Kotflügeln ablesen kann, dass er von einem Sechszylinder mit 300 PS von Porsche angetrieben wird. 15 Liter Benzin verbraucht er durchschnittlich, „man kann es auch auf 30 Liter bringen“, sagt Jensen.

Wer beim Käfer von Hans-Bertram aus Sehnde die Motorhaube aufklappt, sieht außer einer Blende nichts. Der Motor ist hinter den Vordersitzen eingebaut, einst trieb er einen Porsche 996 an, heute verhilft er dem Käfer zu 245 Spitze. Den Wagen wird es weltweit nicht noch mal geben. „Da könnte man einen kleinen Porsche für kaufen“, beantwortet Bertram die Frage nach den Kosten. Joachim Gries

Von Joachim Gries