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Nienhagen Tuner zeigen ihre starken Käfer
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Tuner zeigen ihre starken Käfer
16:13 26.09.2013
Unter der superleichten Motorhaube dröhnt in Hans-Dieter Kremlings VW Käfer ein Motor mit 248 PS. Quelle: Joachim Gries
Nienhorst

Zu einem privaten VW-Treffen bei Hans-Dieter Kremling in der Behrestraße 41A werden zwischen 10 und 17 Uhr rund 40 VW Käfer, aber auch VW Transporter, VW Porsche und Karman Ghia erwartet. Sie alle sind getunt, haben veränderte Karosserien, vor allem aber unter der Haube kraftstrotzende Aggregate, die mit der Original-Motorisierung nur noch wenig gemein haben.

Kremling hat seine Freunde aus der Tuner-Gemeinde zu dem Treffen eingeladen. Er ist sicher, dass sie sich bei der Anfahrt mit ihren Boliden an Tempo 30 halten, das in diesem Teil der Behrestraße gilt. „Die Leute sind diszipliniert. Ich habe mit den Nachbarn noch nie Probleme gehabt“, sagt er. Denn er verfügt selber über einen Käfer 1303, der es in sich hat: Die 2,8-Liter-Maschine bringt eine Leistung von 248 PS auf die Hinterräder. Der Wagen, der 1975 vom Band lief, wurde inzwischen stark abgespeckt, 760 Kilogramm bringt er auf die Waage. Jedes PS muss nur noch gut drei Kilogramm bewegen. Um das starke Leichtgewicht auf Tempo 100 zu beschleunigen, sind keine vier Sekunden nötig.

Viel Blech wurde durch superleichte Kohlefasern ersetzt. So wiegt die Motorhaube nur noch 900 Gramm statt der 9,5 Kilogramm. Auch das Armaturenbrett ist aus dem leichten Carbon. Hinter den leichten Rennsitzen stemmt sich ein Überrollbügel in die Höhe. Von Lüftungsschlitzen unter den hinteren Seitenscheiben führen dicke Schläuche zum Vergaser, um Motor mit reichlich Frischluft zu versorgen. Damit alles wie geschmiert läuft, ist ein richtiger Öltank installiert, wo eigentlich die Rückbank wäre. Zehn Liter hochwertiges Rennöl sind im Umlauf. Wird der Motor gestartet, verrät schon der Sound, dass mit weniger als 20 Litern Benzin auf 100 Kilometer beim Rennen kaum was zu holen ist. Ganz neu an Kremlings Käfer sind die dreiteiligen BBS-Rennfelgen, die sich einst an einem Porsche 964 RS drehten.

20 VW Käfer hat der 57-Jährige im Laufe seines Lebens gefahren. „Ein Käfer mit Porsche-Motor war immer mein Traum“, sagt er rückblickend. In seinem Arbeitszimmer im Obergeschoss hat er viele Fotos und Dokumente gesammelt.

Nach dem Treffen warten auf Kremling neue Aufgaben. Zum einen steht seit vier Monaten in seiner Garage ein VW Puma 1600 GT, ein flacher roter Flitzer, der von einer VW-Tochter in Brasilien nur für den dortigen Markt gebaut wird. In Deutschland gibt es davon etwa 20, davon 10 mit Zulassung. Die 75-PS-Maschine, die das flache Fahrzeug – Baujahr 1979 – mit Kunststoffkarosserie auf Tempo 180 beschleunigt, reicht Kremling nicht. Außerdem will er den Wagen noch flacher legen und die Spur anders einstellen. Zum anderen ist die Montage des Motors für 2014 angesagt, die Einzelteile stehen in Werkstatt im Keller schon bereit.

Von Joachim Gries