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Nienhagen Überzeugendes Solo-Shakespeare-Theater in Nienhagen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Überzeugendes Solo-Shakespeare-Theater in Nienhagen
14:43 06.06.2017
Großartig: Bernd Lafrenz zeigte auf dem Heuerschen Hof viel Bühnenpräsenz.  Quelle: Alex Sorokin
Nienhagen

Einem ereignisreichen Tag folgt eine – auch thematisch – umtriebige Nacht, dort in und um Athen: Die Vorbereitungen zur Hochzeit des Herzogs Theseus und der Amazonenkönigin Hippolyta laufen auf höchsten Touren. Zeremonienmeister Philostrat hat alle Hände voll zu tun. Da kommt ihm das Audienzgesuch des zeternden Adligen Egeus, mit Tochter Hermia und deren Freund Lysander im Schlepptau, gar nicht gelegen. Der Herzog zeigt sich aber gesprächsbereit.

Egeus beruft sich auf das Athener Gesetz und bekommt Recht – er als Vater bestimmt den künftigen Gatten – und das soll in Hermias Fall der willige Demetrius sein. Dass sie Lysander liebt, ist nicht von Belang. Sie hat die Wahl: Zwangsheirat, Tod oder Kloster. Die Liebenden beschließen in der Nacht aus Athen durch den Wald zu fliehen. Den Plan verraten sie nur Hermias Freundin Helena. Die ist unsterblich in Demetrius verliebt und erhofft sich Chancen, in dem sie ihm den Plan verrät. So kommt es, dass schließlich zwei Paare mit jeder Menge Zwistigkeiten im verzauberten Wald herumirren werden – denn am Mitsommertag ist die Trennung zwischen Mensch- und Elfenreich aufgehoben.

Das Publikum verfolgt jeden Schachzug der Protagonisten von Anfang an gespannt und erwartungsvoll – nicht nur wegen der abenteuerlichen Geschichte, sondern vor allem weil man gespannt darauf ist, wie nun ein einziger Künstler dieses Aufgebot an Personen und Erzählsträngen bewältigen kann. Und schon nach wenigen Minuten beweist Bernd Lafrenz erfahren, dass er die Aufgabe sehr wohl zu bewältigen weiß. Mit einer ausgeklügelt minimalen Bühnendekoration und einigen Kostüm-Accessoires nimmt er die Zuschauer in seinen Bann – und mit in Shakespeares Gespinst.

Der Laufbursche des Elfenkönigs Oberon treibt seinen Schabernack im Wald. Mit seinem Herrn ist gerade nicht gut Kirschen essen. Der ist sauer auf seine Gattin Titania, die sich mehr um ihr indisches Adoptivkind als um ihn kümmert. Überhaupt ist im Wald jede Menge los. Neben den vier liebeskranken Menschen sucht auch eine Handwerkergruppe die Abgeschiedenheit, um ihr Theaterstück für die Hochzeit des Herrschers zu proben. Als dann noch ein Liebes-Elixier in Pucks Händen ins Spiel kommt, sind Irrungen und Wirrungen vorprogrammiert.

Es nimmt ein gutes Ende – und auch das Publikum ist am Ende höchst zufrieden mit diesem Solo-Shakespeare-Theater aus dem Koffer, was der langanhaltende Beifall der über 100 Gäste beweist.

Von Doris Hennies