Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Nienhagen Vom Tasten-Abc zum eigenen Stil
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Nienhagen Vom Tasten-Abc zum eigenen Stil
17:36 05.06.2012
Klavierklassenkonzert des CJD. - Robin Baumann. Quelle: Alex Sorokin
Nienhagen

Es ist immer wieder ein begeisterndes Erlebnis, im Rahmen der regelmäßig stattfindenden Klavierklassenkonzerte den kontinuierlichen Fortschritt der Schüler mitzuverfolgen. So auch am vergangenen Sonntag im Hagensaal in Nienhagen, wo traditionell die Musikschule des Christlichen Jugenddorfes Celle zu Gast war.

26 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 17 Jahren demonstrierten voller Stolz ihr Können. Das erstreckte sich vom „Tasten-Abc“ bei den Anfängern bis zur bereits erkennbaren „eigenen Handschrift“ bei den Fortgeschrittenen. Unterstützt und teilweise begleitet von den Lehrerinnen Ekaterina Karmanova-Beyer, Irina Solovier und Nina Karsten gestalteten die jungen Interpreten überwiegend solistisch, aber auch vierhändig und als Duo an zwei Klavieren einen 150-minütigen musikalischen Streifzug durch Barock, Klassik und Pop, von Volksliedern und Kindertänzen über Pink Panther und Harry Potter bis zu Grieg, Mozart, Chopin und Schostakowitsch.

Ob Boogie oder Walzer, ob Brahms’ „Ungarischer Tanz“ oder Tschaikowskis „Tanz der Zuckerfee“ – es war schön zu beobachten, wie die Hände mal angestrengt koordiniert, mal locker und gelöst über die Tasten tanzten, wie die Kinder und Jugendlichen die Musik erfühlten und der entstehenden Musik lauschten und mit zunehmendem Anspruch auch die Freiheit zu nutzen wussten, der Musik quasi freien Lauf zu lassen.

Es machte sich dabei überaus positiv bemerkbar, dass neben den wichtigen klassischen Richtungen immer auch die individuellen musikalisch-stilistischen Interessen der Klavierschüler in den Unterricht integriert werden. So kam es sogar vor, wie Karmanova-Beyer lächelnd eingestand, dass mancher junge Interpret sich für dieses Konzert ein Stück etwa aus der Pop-Musik ausgewählt hat, dass der jeweiligen Lehrerin bis dahin noch unbekannt war. Die Zusammenstellung des Programms lebte von der abwechslungsreichen Vielfalt der ausgewählten Partituren. Zu Recht gab es für diesen überaus unterhaltsamen musikalischen Nachmittag viel Applaus, der nicht nur bei den Eltern von Herzen kam.

Von Rolf-Dieter Diehl