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Nienhagen Zu wenig Krippenplätze: Eltern-Demo in Nienhagen
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18:15 14.05.2015
Von Simon Ziegler
Nienhagen

Isabelle Eder ist ratlos. Ihr Sohn ist zehn Monate alt, für Januar 2016 braucht sie einen Krippenplatz. Doch die Gemeinde Nienhagen hat zu wenig Plätze, Isabelle Eder bekam eine Absage. "Ich weiß nicht, was ich jetzt machen soll", sagte sie am Dienstag vor dem Nienhäger Rathaus. Sie könne sich ja nicht vierteilen, vielleicht müsse sie ihren Job aufgeben – Rechtsanspruch auf einen Krippenplatz hin oder her. Denn wer wie sie in Hannover arbeitet, dem bringt es auch nichts, wenn der gesetzlich vorgeschriebene Platz für vier Stunden am Tag gewährt wird. Der Bedarf ist ein anderer.

Isabelle Eder ist mit ihrem Problem nicht allein. Am Dienstag kamen rund 30 Teilnehmer zu einer Demonstration, um Druck auf Politik und Verwaltung zu machen. Die Eltern haben auch einen offenen Brief geschrieben. "Zeigen Sie, dass Sie nicht nur preishohe Grundstücke verkaufen, sich über den Zuzug junger Familien und steigende Geburtenraten freuen können, sondern handeln Sie verantwortlich und tragen Sie dieser Entwicklung mit einer zeitnahen Verbesserung des Betreuungsangebots Rechnung", heißt es in dem Schreiben an Bürgermeister Jörg Makel und die Mitglieder des Gemeinderates.

Der Termin der Demonstration war bewusst gewählt. Denn Sozial- und Finanzausschuss berieten am Dienstag im Rathaus über einen Ausweg aus der Misere.

Dass in Nienhagen sowohl in der Altersklasse der unter dreijährigen Kinder als auch der über Dreijährigen Betreuungsplätze fehlen, daran besteht kein Zweifel. Noch im April war von 40 fehlenden Plätzen die Rede, inzwischen sehen die Zahlen etwas besser aus. Jetzt fehlen noch 22 Krippenplätze und sieben Plätze für Ü3, sagte Amtsleiterin Lena Baacke im Ausschuss.

Die Politik war sich einig, zunächst kurzfristige Lösungen zu schaffen, um den Eltern schnell zu helfen. Zum einen soll die Zusammenarbeit mit dem Kess vertieft werden, so dass dort im Tagespflegebereich zehn weitere Betreuungsplätze entstehen. In den Räumen der alten Post könnte zudem eine weitere Nachmittagsgruppe der kommunalen Kita eingerichtet werden. Die Situation wird sich etwas entspannen, wenn der Erweiterungsbau an der evangelischen Kita fertig ist.

Langfristig wird das aber wohl nicht reichen. So wird in der Gemeinde bereits über eine Umnutzung des Dorfgemeinschaftshauses in Nienhorst, einen Anbau an die kommunale Kita, die Anmietung von Räumen am Dorfplatz und einen Neubau diskutiert. Das alles ist aber noch Zukunftsmusik.