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Wathlingen Bärbel Harms aus Wathlingen: Seit 50 Jahren hinter der Heißmangel
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Bärbel Harms aus Wathlingen: Seit 50 Jahren hinter der Heißmangel
22:21 16.05.2014
Von Carsten Richter
Frau HArms mit Petra Primus von der Firma Miele Quelle: Benjamin Westhoff
Wathlingen

„So wird es mir nicht langweilig“, meint die Seniorin, während sie geduldig die nächste Tischdecke in die Walze ihrer Heißmangel einlaufen lässt. Allein lässt sich der Job nur mühsam bewältigen, doch zum Glück hat Bärbel Harms eine Hilfe, die sie seit etwa zwei Jahren unterstützt: Sie reicht ihr die Wäschestücke an und legt sie nach dem Durchlauf wieder ordentlich zusammen in den Wäschekorb. Vor allem Privatleute bringen Bett- und Tischwäsche bei Bärbel Harms vorbei. Nicht nur aus Wathlingen kommen ihre Stammkunden, auch aus Nienhagen, Bröckel oder Eicklingen.

„Es gibt ja heute kaum noch Heißmangeln“, sagt sie, „vor allem in den kleinen Orten nicht mehr.“ In Wathlingen sei ihr Mangelbetrieb einzigartig, in vielen Dörfern in der Umgebung gibt es gar keine Mangeln mehr – sie sind mittlerweile besonders im ländlichen Bereich zu einer Rarität geworden. Das wissen auch die Hersteller. Die Mangel von Bärbel Harms aus dem Jahr 1964 hatte einst die Firma Cordes gebaut, die 1986 von Miele übernommen wurde. Heute werden im Miele-Werk in Lehrte selbst Mangeln für den gewerblichen Zweck produziert.

50 Jahre Heißmangel: Dieses besondere Jubiläum war es Petra Primus, Vertriebsbeauftragte für Miele Professional, wert, persönlich bei Bärbel Harms in Wathlingen vorbeizuschauen. Mit einem kleinen Präsent würdigte sie diese Woche ihren unermüdlichen Einsatz. „Es ist ein Gewerbe, das langsam ausstirbt“, berichtet Primus, „in den meisten Fällen übernehmen die Kinder den Betrieb nicht.“ Bärbel Harms‘ Betrieb lag von Anfang an in den Händen der Familie: Emma Ahlvers, ihre Großmutter, hatte die Heißmangel vor 75 Jahren gegründet. Mit Mitte 20 hat dann Enkeltochter Bärbel das Geschäft weitergeführt, das ist nun 50 Jahre her.

Die 76-Jährige weiß, dass es vermutlich niemanden geben wird, der nach ihr den Betrieb weiterführen wird. Ihre Kinder sind längst erwachsen, ihr Sohn, Bürgermeister Torsten Harms, hat nebenan seine Rechtsanwaltskanzlei. Dennoch war und ist die Heißmangel bis heute ein Familienbetrieb. Bärbel Harms‘ Ehemann Wilhelm kümmert sich um Wartungsarbeiten wie das Wechseln der Bezüge und das regelmäßige Einfetten der Lager. Und nach wie vor rufen Kunden in Torsten Harms‘ Büro an, um ihre Wäsche anzumelden. Die Heißmangel – für Bärbel Harms ist sie längst zum Hobby geworden. „Solange es geht, mache ich weiter.“