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Wathlingen CZ-Wahlpodium: Ritt durch die Wathlinger Politik
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen CZ-Wahlpodium: Ritt durch die Wathlinger Politik
11:23 23.05.2014
Ralf Überheim (links) und Wolfgang Grube (rechts) beantworteten die Fragen von - CZ-Chefredakteur Ralf Leineweber (Zweiter von links) und Redakteur Simon Ziegler. Quelle: Alex Sorokin
Wathlingen

Einen Ritt durch die Politik der Samtgemeinde Wathlingen unternahmen CZ-Chefredakteur Ralf Leineweber und Redakteur Simon Ziegler mit Wolfgang Grube und Ralf Überheim. Die beiden Kandidaten für die Wahl zum Samtgemeindebürgermeister stritten bei der Podiumsdiskussion der Celleschen Zeitung am Mittwochabend im 4G-Park über Finanzen, Hochwasserschutz, Windräder und besonders ein Gutachten der Region Aller-Fuhse-Aue für 28.000 Euro zum Bürgerbus.Ralf Überheim griff Grube und die Mehrheit im Samtgemeinderat scharf an. „Um einen Bürgerbus auf die Straße zu bringen, braucht man ehrenamtliche Fahrer und keine Mobilitätsstudie für 28.000 Euro.“ Grube verteidigte das Gutachten: „Es geht um mehr als den Bürgerbus. Es wird ein Mobilitätskonzept erstellt. Das ist also kein trocken versoffenes Geld.” Doch diese Aussage wollte Überheim so nicht stehen lassen, zitierte aus einem Protokoll der zugehörigen Arbeitsgruppe, aus dem hervorgehe, dass die Studie nur den Bürgerbus behandelt. „So können Sie sich da nicht rausreden, Herr Grube”, sagte Überheim. Tat der aber doch mit dem Hinweis, dass man erst mal das Ergebnis abwarten müsste. Daran könne man sich dann messen lassen. Das ist allerdings erst nach der Wahl.Differenzen traten ebenfalls beim Thema Windkraft zutage, auch wenn sich beide Kandidaten auf mehrfaches Nachhaken eines Besuchers nicht auf ein einfaches Ja oder Nein festlegen wollten. In der Tendenz blieb festzuhalten, dass der Amtsinhaber mehr Windräder befürwortet, wenn die Standorte geeignet sind. Er hatte auch eine 73.000 Euro teure Studie befürwortet. Überheim sieht derzeit keinen Bedarf und will lieber den neuen Raumordnungsplan des Landkreises abwarten, in dem diese Flächen ausgewiesen werden sollen.Beim Hochwasserschutz kritisierte der FDP-Politiker, dass lange nichts passiert und nun Eile geboten sei, auch wenn jetzt die richtigen Schritte unternommen würden. Dieser versuchte Angriff lief allerdings ein wenig ins Leere, weil der Amtsinhaber darauf hinwies, dass die Samtgemeinde erst seit einem Jahr für das Thema zuständig sei, nachdem die Mitgliedsgemeinden ihre Kompetenzen übertragen hatten.Selbstkritisch merkte Grube unter anderem bei diesem Thema an, dass man in der Vergangenheit nicht immer alle in der Politik mitgenommen habe. „Wenn ein Landwirt aus der Zeitung erfährt, dass seine Flächen künftig bei Hochwasser mit Wasser volllaufen sollen, ist das unglücklich”, sagte er. Überheim will generell mehr Bürgerbeteiligung über Umfragen, Infoabende oder Arbeitsgruppen. Grube meinte dazu aber, dass die Nachfrage bei solchen Angeboten nicht immer sehr groß sei. „Zudem kann jeder ins Rathaus kommen und sich informieren. Was wir machen ist kein Hexenwerk.”Kritik aus dem Publikum musste sich Überheim wegen eines Zitates in der CZ anhören. Dort hatte er gesagt, richtig gute Politik könne man nur machen, wenn man dafür bezahlt werde. Der ehrenamtliche Wathlinger Bürgermeister Torsten Harms sah das als einen „Schlag ins Gesicht aller ehrenamtlichen Politiker”. Überheim stellte aber klar, dass das nicht als Kritik an den Kommunalpolitikern zu verstehen sei, sondern ihm selbst aus beruflichen Gründen oft die Zeit fehle, sich bis ins letzte Detail mit Sachfragen zu beschäftigen so wie er es gerne wolle.Unterm Strich hatte Überheim nach Punkten die Nase leicht vorn. Die Sympathien der Besucher waren bei der nicht repräsentativen Probeabstimmung am Ende aber klar verteilt. 76,5 Prozent votierten für Grube, nur 23,5 Prozent für Überheim.Tore Harmening

Von Tore Harmening