Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Wathlingen Celler Südkreis: 28.000 Euro für umstrittene Bürgerbus-Studie
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Celler Südkreis: 28.000 Euro für umstrittene Bürgerbus-Studie
18:16 13.02.2014
Von Simon Ziegler
Bürgerbus Winsen im Küsterdamm Quelle: Peter Müller (Archiv)
Wathlingen

„Mobilität der Zukunft: Machbarkeitsstudie in der ILE-Region ‚Aller-Fuhse-Aue‘ soll Antworten finden” ist eine Mitteilung überschrieben, die der Amtshof Eicklingen am Mittwoch verschickt hat. Die ILE-Region (Integrierte Ländliche Entwicklung) starte mit der Bürgerbus-Studie jetzt ihr drittes gemeinsames Projekt, wurde stolz verkündet. Vergangene Woche wurde Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube der Zuwendungsbescheid für die Studie überreicht.

Auf CZ-Nachfrage sagte die Geschäftsführerin des Amtshofes Eicklingen, Gudrun Viehweg, dass die Studie netto 28.000 Euro kosten wird. Während rings um den Celler Südkreis in zahlreichen Gemeinden Bürgerbusse auch ohne teure Untersuchungen gestartet sind, verteidigt Viehweg die Expertise. Der Amtshof, der die Aller-Fuhse-Aue-Region bei ihren Vorhaben unterstützt, habe sich für das billigste Angebot entschieden, andere seien sogar doppelt so teuer gewesen. Die 28.000 Euro werden laut Viehweg zu 70 Prozent von Land und EU getragen, der Rest kommt von den Gemeinden. Den Auftrag erhalten hat das Büro Mensch und Region aus Hannover, das bereits an der Dorferneuerung in Adelheidsdorf beteiligt ist.

Die Region Aller-Fuhse-Aue, zu der die Samtgemeinden Wathlingen und Flotwedel, die Gemeinde Uetze und der Celler Ortsteil Altencelle gehören, ist einst gegründet worden, um für gemeinsame Projekte Fördergelder zu bekommen. In der Region gibt es nur in der Samtgemeinde Flotwedel einen Bürgerbus. In Wathlingen scheiterte eine Initiative vor ein paar Jahren, in Adelheidsdorf ist im Rahmen der Dorferneuerung über Bürgerbusse gesprochen worden. „Die Studie soll Möglichkeiten aufzeigen, wie und wo Bürgerbusse eingesetzt werden könnten, mit dem Ziel, ein Zusatzangebot zu schaffen. Ein möglicher Bürgerbus soll dabei eine Ergänzung zum bestehenden ÖPNV und keine Konkurrenz zu örtlichen Taxiunternehmen sein. Die Studie soll daher die Schnittstellen mit den anderen Anbietern definieren und den potenziellen Ziel- und Quellverkehr analysieren“, erklärt der Amtshof Eicklingen.

Während Befürworter behaupten, die Studie sei sinnvoll, weil der Bürgerbus eines Tages nicht nur in einer Samtgemeinde fahren könnte, sondern in einer ganzen Region, hagelt es von anderer Seite heftige Kritik. Julius H. Krizsan, der Gründer des Winser Bürgerbusses, findet klare Worte. „Ich finde das Wahnsinn, für mich ist das Steuergeldverschwendung. Den Bedarf für einen Bürgerbus kann man viel einfacher ermitteln, zum Beispiel mit Fragebögen im Mitteilungsblatt einer Gemeinde“, sagte er.