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Wathlingen Die Vergreisung in Wathlinger Vereinen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Die Vergreisung in Wathlinger Vereinen
17:10 01.12.2011
Von Simon Ziegler
Demografischer Wandel: Wathlingen beklagt Mitgliederschwund in Verein Quelle: nicht zugewiesen
Wathlingen

Natürlich ist es kein Problem, das Wathlingen exklusiv hat. Der demografische Wandel ist kein Schreckgespenst der fernen Zukunft mehr, sondern längst Realität. Überall im Landkreis Celle ist das Engagement in Vereinen rückläufig, weil der Nachwuchs fehlt.

In Zahlen drückt sich das Problem in Wathlingen so aus: Der VfL hat innerhalb von fünf Jahren 100 bis 150 Mitglieder verloren. Der Filmclub Wathlingen verzeichnet nur noch 25 Mitglieder, es waren mal über 40. Auch beim Kleingärtnerverein soll es Probleme geben, ebenso bei den Geflügelzüchtern, berichtet Bürgermeister Torsten Harms. Hoffnung macht hingegen die Feuerwehr. „Wir hatten Probleme, als wir vor einigen Jahren auf 55 Mitglieder runter waren. Derzeit sind 62 aktive Mitglieder bei uns“, berichtet Ortsbrandmeister Werner Cammann.

Anfang 2012 will Harms eine Idee in die politischen Gremien bringen, die zwar die Vergreisung der Dörfer nicht aufhalten, aber möglicherweise die Funktionsfähigkeit einiger Vereine erhalten wird. „Ich denke an eine zentrale Vereinsgeschäftsstelle im Rathaus“, sagt Harms. Die Idee ist, dass die öffentliche Hand den Vereinen bei Verwaltung und Buchführung hilft. Denn Harms glaubt, dass immer mehr Vereine Probleme haben, Schlüsselposten wie Vorstandsmitglieder, Schatzmeister oder Spartenleiter zu finden, ohne die ein Verein nicht geführt werden kann.

Die Vereine sind aber noch skeptisch. VfL-Vorsitzender Ferdinand Pätzold glaubt, dass nur der Verein Know-how und Fingerspitzengefühl habe, einen so großen Betrieb mit heute noch 1100 Mitgliedern zu führen. Aber: „Auch wir haben Schwierigkeiten, Ehrenamtliche zu finden“, sagt Pätzold. Der demografische Wandel und die Ganztagsschulen seien für den Mitgliederschwund verantwortlich. Vor allem bei der Turnsparte seien die Auswirkungen gravierend.

Möglicherweise sind es eher die kleinen Vereine, die profitieren würden, wenn das Rathaus die Bücher führt. Filmclub-Vorsitzender Gerhard Kuhn findet die Idee "nicht schlecht“. Derzeit gebe es aber kein Problem für den Verein, noch seien Menschen bereit, sich in ihrer Freizeit zu engagieren. Dass der Filmclub kaum Nachwuchs hat, zeigt indes allein das Durchschnittsalter. Es liegt bei über 70 Jahren.