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Wathlingen "Ein Held": Wathlinger Paar bedankt sich bei Feuerwehrmann ohne Fahrerlaubnis
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen "Ein Held": Wathlinger Paar bedankt sich bei Feuerwehrmann ohne Fahrerlaubnis
03:45 28.02.2018
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Wathlingen

Heidemarie Lorenz erinnert sich an den Unglückstag: "Mein Mann stand unter der Dusche und ich bin gerade aus dem Bad gegangen, da hörte ich es krachen". Sie eilt ins Bad zurück und sieht ihren Mann halb in der Duschwanne, halb auf dem Boden liegen. "Überall war Blut. Ich habe Siegfried angesprochen, doch er war nicht ansprechbar." Der Rentner blutete stark am Kopf. "Ich dachte, er ist tot", blickt seine Frau zurück. Der herbeigerufene Notarzt erkennt den Ernst der Lage. Ein Abtransport durch das enge Treppenhaus aus dem ersten Stock des Mehrfamilienhauses kommt nicht in Frage. "Der Notarzt wusste nicht, ob das Genick gebrochen ist", so Lorenz.

Die Feuerwehr wird alarmiert, ein Leiterwagen muss her, damit der Rentner aus dem Schlafzimmerfenster in stabiler Lage ins Krankenhaus gebracht werden kann. In wenigen Minuten ist der Wagen am Haus. Siegfried Wobekind wird über die Leiter ins Freie gebracht – erst im Krankenhaus erlangt der 78-Jährige wieder das Bewusstsein. "Ich konnte den Ärzten mitteilen, an was ich mich noch erinnern kann. Ich stand unter der Dusche und mir wurde schwarz vor Augen. Dann war alles weg." Der Rentner schlägt mit dem Kopf auf die Duschkante, kippt aus der Wanne und sein Körper bleibt regungslos zwischen Duschwanne und Toilette liegen. Heidemarie konnte ihrem Mann nicht helfen, Nachbarn rufen die Rettung herbei. Der Notarzt attestiert der Rentnerin später: "Ihr Mann hat 150 Schutzengel gehabt."

Einer dieser Schutzengel ist für das Paar der Fahrer der Feuerwehr. Durch das schnelle Erscheinen konnte die Rettungsaktion zügig umgesetzt werden. So sehen es Heidemarie Lorenz und Siegfried Wobekind. Doch der Wathlinger Feuerwehrmann muss sich nun verantworten. Denn er ist ohne gültigen Führerschein mit dem Leiterwagen zum Einsatzort gefahren. Ein Vorwurf, der wohl zutrifft, aber für Heidemarie und ihren Mann nicht im Verhältnis zur Leistung steht. "Es ist nicht auszudenken, was vielleicht noch passiert wäre, wenn man später erst angerückt wäre. Er hat geholfen. Hat Leben gerettet, in seiner Freizeit, ehrenamtlich", sagt Heidemarie. Ihr Mann ergänzt: "Er ist ein Held und kein Täter." Der Feuerwehrmann selbst hat eingeräumt, sich falsch verhalten zu haben. Er muss mit einer Strafe rechnen. Er besitzt zwar die Fahrerlaubnis der Klasse B, Pkw, hätte aber den Führerschein der Klasse C für Lkw gebraucht. Rückendeckung bekommt der Feuerwehrmann von Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube. Er sagte, dass der Mann aus der Situation heraus richtig gehandelt habe. Es sei um Menschenleben gegangen. In Wathlingen ist das Ehepaar mit seiner Meinung nicht allein. "Man muss sich überlegen, ob man nicht sammelt und die mögliche Geldstrafe des Feuerwehrmanns bezahlt", sagt ein Nachbar.

Von Fremdfotos / Texte Eingesandt

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Schulterschluss der Kaliberg-Anrainer: Die Gemeinden Wathlingen und Nienhagen haben in dieser Woche ihre Stellungnahmen zur geplanten Abdeckung der Wathlinger Halde durch das Unternehmen K+S auf den Weg gebracht. Der Wathlinger Rat hat am Montag den Anfang gemacht und einstimmig eine Rechtsanwältin beauftragt, die Schlussfassung der Stellungnahme zu verfassen und beim Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie (LBEG) einzureichen. "Es bleibt abzuwarten, inwieweit wir mit unseren Einwendungen durchdringen", sagt Bürgermeister Torsten Harms. Nach einem Erörterungstermin werde es eine Entscheidung des LBEG geben, die dann erneut im Rat diskutiert werde.

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