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Wathlingen Wathlingen ehrt erste Ratsfrau
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17:34 10.01.2019
Von Simon Ziegler
Quelle: Oliver Knoblich
Wathlingen

Nach der ersten Frau im Wathlinger Gemeinderat wird eine Straße benannt. Im neuen Baugebiet „Bei dem Schafstalle“ wird es einen Else-Dulkys-Ring geben. Das hat der Gemeinderat einstimmig entschieden. „Als ich das gehört habe, war ich völlig perplex“, sagt ihre Tochter Annegret Reitmayer. „Jetzt empfinde ich es als Auszeichnung für meine Mutter“.

Ratsmitglied von 1946 bis 1948

Die Sozialdemokratin Else Dulkys gehörte dem Wathlinger Rat in der Nachkriegszeit von 1946 bis 1948 an. „Sie hat immer gesagt, wir wurden damals von den Engländern eingesetzt“, erinnert sich ihre Tochter, die noch heute in Wathlingen lebt.

Bürgermeister Torsten Harms sagt, dass die Wathlinger Politik mit der Benennung ein Signal für die Gleichberechtigung in der Gesellschaft setzen wolle. In der Diskussion um den künftigen Straßennamen hatten die Grünen vorgeschlagen, die Straße nach einer Frau zu benennen und die Publizistin Hannah Arendt ins Spiel gebracht. Harms präferierte einen lokalen Namen und machte sich für die erste Wathlinger Ratsfrau stark. Er betont, dass im Rat der Gemeinde der Anteil der Frauen im Landkreisvergleich erfreulich hoch sei. Das stimmt: Derzeit sind 9 von 19 Ratsmitgliedern weiblich. Die Quote liegt also bei knapp 50 Prozent. Kein anderes Gremium im Kreis Celle weist einen höheren Frauenanteil aus als der Wathlinger Rat.

Lokalpolitik ist Männersache

Insgesamt gilt aber, dass Lokalpolitik in Celle noch immer Männersache ist. Nicht einmal jeder vierte Abgeordnete in den Stadt-, Gemeinde- und Ortsräten ist eine Frau. Die Frauenquote ist nach wie vor ziemlich niedrig, hatte Bianka Lawin, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises, nach der Kommunalwahl 2016 kritisiert. In keinem einzigem Gremium im Kreis Celle sitzen mehr Frauen als Männer.

"Rotes" Elternhaus färbt auf Tochter ab

In Sachen Gleichberechtigung war Else Dulkys eine Vorreiterin. Beherrschendes Thema war nach dem Zweiten Weltkrieg aber nicht das Engagement von Frauen in der Politik, sondern etwas ganz anderes: die Wohnungsnot. „Die Ratsmitglieder wurden angegriffen und stark unter Druck gesetzt. Alle wollten damals eine Wohnung haben. Meine Mutter hat das nervlich nicht ausgehalten. Sie hat sich dann bei der nächsten Wahl nicht mehr aufstellen lassen“, erinnert sich Annegret Reitmayer, die am Mittwoch ihren 84. Geburtstag feierte.

Bis zum Tod 1992 SPD-Mitglied

Else Dulkys war nur rund zwei Jahre im Gemeinderat. Politisch engagiert hat sich die Mutter dreier Kinder, die 1908 in Bokeloh geboren wurde, ihr Leben lang. Sie ging auf Versammlungen des SPD-Ortsvereins, bis zu ihrem Tod 1992 war sie SPD-Mitglied. Auch ihr Mann Fritz war überzeugter Sozialdemokrat. Nach dem Zweiten Weltkrieg engagierte sich der Bergmann, der im Kaliwerk arbeitete, mehr als 20 Jahre im Gemeinderat. Das „rote“ Elternhaus färbte auf die Tochter ab. Annegret Reitmayer war ebenfalls in der Lokalpolitik aktiv, sie saß von 1986 bis 1996 für die SPD im Gemeinderat. Das Parteibuch hat sie schon 60 Jahre. Bis heute.

Schild wird nach Sommerpause aufgestellt

Else Dulkys, die als erste Frau im Wathlinger Rat Geschichte schrieb, machte 1955 mit ihrem Mann einen Tante-Emma-Laden in der Kolonie auf. Bis 1972 hielten sie durch: Als die großen Supermärkte nach Wathlingen kamen, gaben sie das Geschäft auf. Der Name Dulkys wird in der Gemeinde in Erinnerung bleiben: Nach der Sommerpause soll im Beisein ihrer Nachfahren das Straßenschild im Neubaugebiet offiziell aufgestellt werden.

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