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Wathlingen Erstmals Minus im Samtgemeinde-Etat
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Erstmals Minus im Samtgemeinde-Etat
17:37 09.11.2010
Von Simon Ziegler
Wathlingen

Es ist ja nicht so, dass sich die Infrastruktur der Samtgemeinde Wathlingen im Vergleich zu anderen Kommunen im Kreis Celle nicht sehen lassen kann. So leistet man sich zum Beispiel zwei Schwimmbäder, zwei Büchereistandorte und vier Feuerwehren. Ab August 2011 sollen drei Ganztagsgrundschulen dazukommen, was zu einer saftigen Erhöhung der Samtgemeindeumlage führen wird.

Zwei Einnahmequellen: Der Etat der Samtgemeinde setzt sich im wesentlichen aus zwei Einnahmen zusammen: Landesmitteln und eben jener Samtgemeindeumlage, bei der es sich um eine Abgabe der Mitgliedsgemeinden handelt, damit diese ihre Aufgaben erledigen kann. Für 2011 rechnet Kämmerer Thorsten Borchers mit 2,1 Millionen Euro des Landes Niedersachsen und fünf Millionen Euro aus der Samtgemeindeumlage. Dabei stemmt Nienhagen mit 2,56 Millionen Euro gut die Hälfte. Wathlingen zahlt 1,64 Millionen Euro, Adelheidsdorf überweist knapp 850000 Euro.

Erhöhung der Umlage: Lag die Samtgemeindeumlage in diesem Jahr bei 48 Prozent, könnte sie nach einem Vorschlag der Samtgemeinde-Verwaltung auf über 60 Prozentpunkte steigen, um unter anderem die Ganztagsgrundschulen zu finanzieren. Die Nachmittagsbetreuung wird nach heutigem Stand jährlich rund eine halbe Million Euro kosten. Doch die Politik hat in der vergangenen Woche im Finanzausschuss parteiübergreifend signalisiert, dass man höchstens einer Anhebung auf 57 Prozent zustimmen werde. Das bedeutet, dass die Samtgemeinde nicht wie bisher einen ausgeglichenen Haushalt vorlegt und das Defizit allein auf die Mitgliedsgemeinden abwälzen kann, wie das in der Vergangenheit der Fall war.

Steigende Ausgaben sind die eine Seite der Medaille, rückläufige Steuereinnahmen sind die andere. Die Steuerkraft insgesamt ist bis zum 1. Oktober 2010 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 1,3 Millionen Euro gesunken. Dies ist dem Vernehmen nach vor allem auf einen Einbruch bei der Gewerbesteuer in Nienhagen zurückzuführen, wo die großen Erdöl-unternehmen sitzen. „Die Zeit der großen Steuereinnahmen aus der Erdölindustrie kommt nicht zurück. Das Öl sprudelt nicht mehr“, sagte Samtgemein-debürgermeister Wolfgang Gru-be.

Investitionen: Im kommenden Jahr plant die Samtgemeinde Investitionen über rund 850000 Euro. Darunter fallen Ausgaben für die Feuerwehr Nienhagen in Höhe von 50000 Euro und den Bauhof von 45000 Euro. Für die Sanierung des Schulhofes der Grundschule Nienhagen sind 250000 Euro eingeplant, doch Grube will der Politik den Vorschlag unterbreiten, das Vorhaben um ein Jahr zu verschieben, um die Ganztagsgrundschulen zu finanzieren. Dafür fallen für die bauliche Umgestaltung der drei Häuser 141000 Euro an, womit vor allem Mensen bereitgestellt werden sollen. Für die Ausstattung der Ganztagsschulen müssen weitere 156000 Euro in die Hand genommen werden.

Dass die Samtgemeinde Wath-lingen schon bessere Zeiten gesehen hat, weiß ihr Verwaltungschef. Doch angesichts des nach wie vor üppigen Angebots an die Bürger will Grube sich nicht beschweren. „Wir leiden auf hohem Niveau.“