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Wathlingen Ganztagsschulen bleiben unsicher
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Ganztagsschulen bleiben unsicher
17:33 25.11.2010
Von Simon Ziegler
Wathlingen

„Das wäre eine Katastrophe“, sagt Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube. Der Verwaltungs-chef, der sich seit Jahren für Nachmittagsbetreuung in den Dörfern Wathlingen, Nienhagen und Adelheidsdorf stark macht, war vom Votum des Finanzausschusses am Mittwoch im Wathlinger Rathaus völlig überrascht worden. Eine Mehrheit hatte sich aus Kostengründen gegen die Ganztagsschulen ausgesprochen. Der Beschluss ist eine Empfehlung an den Samtgemeinderat, der im Dezember tagt. Würde dieses Gremium genauso abstimmen, könnten die Schulen nicht wie vorgesehen ab August auf Ganztagsbetrieb umstellen.

So weit ist es noch nicht. Seit Monaten tut sich die Lokalpolitik aber sehr schwer damit, die Weichen für die Einführung zu stellen. Angesichts von jährlichen Kosten, die mit etwa 550000 Euro veranschlagt wur-den, kann sich die Kommune das allseits gewünschte Angebot eigentlich nicht leisten. Die Alternative, darauf zu verzichten, ist aber kaum verlockend. „Die Attraktivität einer Gemeinde für Neubürger ist vor allem von der Infrastruktur im Bildungswesen abhängig“, weiß Grube. Das heißt: Da rings um die Samtgemeinde die Kommunen alle umstellen, wird es sich der Celler Süden kaum leisten können, darauf zu verzichten.

Dennoch stellte am Mittwoch Walter Twelkemeyer (WG) den Antrag, die Ganztagsgrundschulen nicht im Haushalt vorzusehen. Vier von sieben Mitgliedern des Ausschusses, darunter neben Twelkemeyer die drei CDU-Mitglieder, schlossen sich dem an. „Das ist ein Zeichen. Wir müssen versuchen, die galoppierenden Kosten in den Griff zu kriegen. Es ist höchste Zeit den Bürgern zu sagen, dass wir so nicht weitermachen können“, begründete Hans Engelbert Windelen diesen Schritt. Zudem seien die Ausschüsse aufgefordert worden, die Kosten für die Ganztagsschulen zu senken. Dies sei nicht geschehen, sagte Windelen, der dennoch davon ausgeht, dass der Samtgemeinderat das Votum des Finanzausschusses kippen wird und damit den Weg für die Ganztagsschulen frei macht.

Kritik kam vom Ausschuss-Vorsitzenden Matthias Blazek (Grüne). „Wir waren längst weiter. Ich hoffe, dass der Rat bei seiner bisherigen Position bleibt“, so der Adelheidsdorfer. Es gebe gute Gründe, die gegen die Ganztagsschule sprechen, sagte Jörg Makel (SPD), der aber davor warnte, diesen Schritt zu vollziehen, da dies für viele Familien erhebliche Probleme bringen würde.

Dass nur eine oder zwei statt drei Ganztagsschulen geschaffen werden, ist derzeit nicht in der Diskussion. Mehrere Politiker zeigten sich gestern zu einer solchen Debatte bereit. Allerdings hatten die Grundschulen selbst beschlossen, gemeinsam vorzugehen. An diesem Votum kommt die Politik nicht vorbei.