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Wathlingen Gemeinden äußern ihre Sorgen zum Wathlinger Kaliberg
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Gemeinden äußern ihre Sorgen zum Wathlinger Kaliberg
04:07 23.02.2018
Von Carsten Richter
Quelle: Hartwig Braun
Wathlingen

Einen Tag später folgten die Nienhäger Ratskollegen und beschlossen ebenfalls, die Bedenken der Gemeinde zu verabschieden. Außerdem fordern beide Gemeinden, zwei Varianten zu prüfen, wie der Anlieferverkehr bei einer Haldenabdeckung geführt wird, ohne dass die Orte stark belastet werden.

In Wathlingen hat Fachanwältin Barbara Häring aus Hannover eine rund 30 Seiten lange Einwendungsschrift erarbeitet, in die Anregungen der Fraktionen, Ratsmitglieder, der Bürgerinitiative und der Einwohner aufgenommen wurden. "Nachteile für Mensch und Umwelt sind nicht ausgeschlossen, ein Einvernehmen mit den Menschen der Region ist nicht erkennbar", heißt es zusammenfassend in einer Mitteilung der Gemeinde Wathlingen.

Die Bedenken aller betroffenen Gemeinden drehen sich auch um die Umweltbelastung. "Es ist nicht geklärt, ob der Berg möglicherweise direkten Kontakt zum Grundwasser hat", heißt es zu Beginn des elf Punkte umfassenden Schreibens aus Wathlingen. Zudem lehnt die Gemeinde grundsätzlich eine Einleitung von Salzwasser in die Fuhse ab. Begründung: Der Einleitungszeitpunkt werde in mehr als 15 Jahren sein. "Es ist daher heute überhaupt nicht ersichtlich, eine entsprechende Genehmigung zu erteilen, wenn möglicherweise in der Zukunft andere Grenzwerte gelten", teilt die Gemeinde mit. Die Einwände richten sich auch gegen die Pläne von K+S, Salzwässer von anderen Halden in die Wathlinger Grube einzuleiten – befürchtet wird noch mehr Verkehr.

Apropos: Zusammen mit der Stadt Burgdorf und der Gemeinde Uetze mit der Ortschaft Hänigsen und der Samtgemeinde Wathlingen fordern beide Gemeinderäte, für den Anlieferverkehr eine Verbindung von der Landesstraße zwischen Hänigsen und Wathlingen und dem Röhndamm zu schaffen. Die Finanzierung sei durch K+S und das Land Niedersachsen zu leisten. Eine "gleichwertige Alternative für eine belastungsarme Verkehrsführung" sei der Antransport über die Schiene. Dafür solle die ehemalige Grubenanschlussbahn genutzt werden, heißt es in dem gemeinsamen Beschluss.

Die Einwände des Nienhäger Rates drehen sich unter anderem ebenfalls um die Belastung des Grundwassers. Dazu seien Untersuchungen notwendig, um entsprechende Maßnahmen zu treffen, die "im Hinblick auf zu erwartende Veränderungen des Grundwasserkörpers zielführend" sind. Außerdem befürchtet die Gemeinde, dass die Halde von Hochwasser der Fuhse betroffen sein könnte. Sorge besteht auch vor möglichen Beeinträchtigungen der FFH-Gebiete "Aller" und "Brand". Die grundsätzliche Problematik der Kalihaldenabdeckung bestehe in der Langzeitsicherheit. "Die technische Funktion der Dichtungselemente zur gezielten Ableitung des Sickerwassers kann nicht dauerhaft gewährleistet werden", heißt es in den Einwendungen, die der Gemeinderat einstimmig beschlossen hat.

Mit den Beschlüssen halten die Gemeinden Wathlingen und Nienhagen die vorgegebene Frist ein: Bis zum 15. März müssen die Kommunen ihre Einwände beim LBEG vorgebracht haben, um noch Einfluss auf das Verfahren nehmen zu können.

Schon wieder hat jemand den Wald als Müllcontainer benutzt. In der Verlängerung des Uetzer Wegs in Wathlingen hat ein Unbekannter illegal Baumaterialien abgeladen. Mindestens seit Freitag liegen die Abfälle dort.

Carsten Richter 20.02.2018

Es ist das große Thema in der Samtgemeinde Wathlingen: die geplante Abdeckung des Kalibergs. Nachdem das Unternehmen K+S die Antragsunterlagen beim Landesbergamt eingereicht hat, sind derzeit die Kommunen am Zug. Sie haben bis zum 15. März die Möglichkeit, Einwände vorzubringen. Das ist wichtig, denn wenn die Begrünung seitens der Behörden genehmigt ist, gibt es kaum noch Möglichkeiten, auf das Verfahren Einfluss zu nehmen. Da die Arbeiten am Berg mehr als 20 Jahre andauern könnten, ist es also dringend geboten, dass sich die Kommunalpolitik in diesen Tagen intensiv mit den Plänen des Bergbauunternehmens befasst.

Simon Ziegler 17.02.2018

Mitten im Grünen am Rand des alten Ortskerns von Wathlingen lebt der Weltenbummler und Fotoreporter Andreas Pröve mit seiner Familie. Sein Haus wurde 1981 gebaut – als sich der 23-Jährige nach einem Motorradunfall in einer Spezialklinik für Rückenmarksverletzungen aufhielt und sich auf ein Leben im Rollstuhl vorbereitete. „Meine Freunde aus Wienhausen und Bockelskamp, wir hatten uns sonst immer in Bockelskamp mit unseren Motorrädern getroffen, trafen sich nun bei mir auf der Baustelle und bauten für mich ein barrierefreies Zuhause. Mein Leben hatte sich komplett geändert, aber meine Freunde sind geblieben“, resümiert Andreas Pröve. An Motorradfahren und an eine Berufstätigkeit als Tischler war nicht mehr zu denken.

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