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Wathlingen "Halde in Wathlingen endlich sachlich betrachten"
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen "Halde in Wathlingen endlich sachlich betrachten"
19:20 10.06.2016
Von Christopher Menge
Wathlingen

Schon bei der Begrifflichkeit würden falsche Informationen vermittelt. „Weder bei der Halde noch bei einer bedeckten Halde handelt es nach der vorhandenen Rechtslage um eine Deponie“, betont Scholz, der sich auch bei einer anderen Sache sicher ist: „Wir werden die Begrünung nicht verhindern.“ Ziel müsse es daher sein, dass die Bevölkerung so wenig Schadstoffen wie möglich ausgesetzt werde.

Das Horror-Szenario ist für ihn keinesfalls die geplante Begrünung. „Das Schlimmste wäre es, wenn K+S gar nichts macht und wenn das Bergwerk nicht durch eine Flutung gesichert werden würde“, sagt Scholz. Dass der Berg in das Werk passe, sei eine rein theoretische Alternative. „Zum einem sind bereits sieben Millionen Kubikmeter geflutet, zum anderen würde das Unterfangen Kosten von 60 bis 120 Millionen Euro für K+S bedeuten“, so der Ratsherr, „außerdem würde es länger als die Begrünung dauern, die Halde unter Tage zu bringen.“ Für ihn steht eins fest: „K+S soll Geld verdienen – dann können wir auch eine vernünftige Lösung von ihnen erwarten.“

Dass mit einer Aufarbeitung marktgerechte Preise erzielt werden könnten, sei außerdem sehr unwahrscheinlich. „Der Abtransport des Fertigmaterials würde per Lkw geschehen – das wären 100 bis 180 Stück pro Tag“, sagt Scholz, „und es würde – ohne Schichtbetrieb – 43 bis 72 Jahre dauern, bis die Halde komplett verschwunden ist.“ Auf der anderen Seite ist der Verkehr, der durch die Begrünung auf die Samtgemeinde zukommen wird, ein großes Ärgernis für die Anwohner. Doch hier gibt es Bewegung.

Die FDP-Landtagsfraktion hat mit Hilfe der Arbeitsgruppe vor Ort eine weitere Anfrage zum Thema Kaliberg an die Landesregierung gestellt. „Wir sind sehr froh, dass wir für die Bevölkerung, die Öffnung des LBEG für Alternativen beim Antransport des Füllmaterial erreichen konnten“, sagt der FDP-Landtagsabgeordnete Jörg Bode. FDP-Ratsherr Robert Kudrass leitet daraus folgende Forderung ab: „Wenn K+S mit den Aktivitäten ihrer Entsorgungs-Tochter am Kaliberg Wathlingen beginnt, muss die Verkehrsbelastung für die Bevölkerung so gering wie nur irgend möglich gehalten werden.“ Kudrass ist erfreut, dass das LBEG in die Planung jetzt endlich auch die Möglichkeit der Materialanlieferung über die alte Grubenanschlussbahn erwägt. „Diese Alternativen, über die Straße oder die Schiene die Transporte zum BEB-Betriebsplatz zu führen und dann weiter über Förderbänder zum Kaliberg, würden alle Gemeinden nachhaltig entlasten und das könnte die Bevölkerung wieder aufatmen lassen“, so Kudrass.