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Wathlingen Hat Arztpraxis in Wathlingen eine Zukunft?
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18:04 24.07.2014
Von Simon Ziegler
Dr. Andreas Mannewitz Quelle: Alex Sorokin (Archiv)
Wathlingen

Hoffnung in Wathlingen: Die Arztpraxis von Dr. Andreas und Dr. Vera Mannewitz könnte eine Zukunft haben. „Ich habe eine Internistin angestellt“, sagte Mannewitz. Die 40-Jährige könnte die Praxis übernehmen, wenn die beiden Eigentümer in Ruhestand gegangen sind. Doch sicher ist das noch nicht. In etwa vier Wochen soll eine Entscheidung fallen, hieß es.

Eigentlich wollten sich die beiden Mediziner schon zum 1. April zur Ruhe setzen. Andreas Mannewitz hatte aber schon Ende des Jahres angekündigt, möglicherweise noch um ein paar Monate zu verlängern, sollte sich eine Lösung für seine Nachfolge abzeichnen. Jetzt macht er unmissverständlich klar, dass es keinen weiteren Aufschub geben wird. „Das ist jetzt wirklich mein letzter Versuch“, sagte der 65-jährige Hausarzt.

Er kritisierte gegenüber der CZ die Entscheidung des Gemeinderates, der eine „Wirtschaftsberatung im Heilwesen“ beauftragt hatte, einen Allgemeinmediziner zu finden, der sich in Wathlingen niederlassen will. Die Dienstleistung des Beraters kostet 6000 Euro. Weitere 6000 Euro werden fällig, wenn ein Arzt vermittelt wird. Es wäre besser gewesen, sich selbst auf die Suche zu machen und einem Mediziner die Ansiedlung mit 12.000 Euro schmackhaft zu machen, findet Mannewitz. Die Anstellung der Internistin ist nicht über die Wirtschaftsberatung vermittelt worden.

Bürgermeister Torsten Harms räumte ein, dass sich die Suche schwierig gestalte. Der Berater habe aber gute Marktkenntnisse, die Suche sei noch nicht beendet. „Eine Ansiedlung gelingt nicht so schnell. Eine Ärzteschwemme haben wir nicht“, erklärte Harms.

In Wathlingen praktizieren derzeit noch vier Allgemeinmediziner. Sollte sich die von Mannewitz angestellte Ärztin dazu entschließen, die Praxis zu übernehmen, würde zumindest einer der beiden Kassensitze des Ärzte-Ehepaares in der Gemeinde gehalten werden.

Mit dem Problem, Ärzte für eine Praxis zu finden, steht die Gemeinde Wathlingen nicht allein da. In immer mehr Kommunen wird versucht, über Ärztehäuser die Versorgung zu sichern. Das ist etwa in Lachendorf, Winsen und Hambühren der Fall. Für Wathlingen existieren entsprechende Pläne nicht. Ein privater Investor hat sich nicht gefunden. Pläne, mit dem Allgemeinen Krankenhaus ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zu errichten, sind längst vom Tisch.