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Wathlingen Hochwasser: Samtgemeinde Wathlingen will fluten lassen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Hochwasser: Samtgemeinde Wathlingen will fluten lassen
16:47 14.02.2014
Von Simon Ziegler
Mit einem Retentionsraum sollen die Gemeinden im Celler Südkreis besser geschützt werden. Die grün und blau markierten Flächen zeigen die Überschwemmungen bei einem extremen Hochwasser, wobei der blaue Bereich wegen der nahen Bebauung als Risikogebiet bezeichnet wird. Quelle: Samtgemeinde Wathlingen
Wathlingen

In der Samtgemeinde Wathlingen will man künftig besser vor den Auswirkungen extremer Hochwasser geschützt sein. Am Mittwoch hat sich der Umweltausschuss dafür ausgesprochen, dass ein 100 Hektar großes Gebiet zwischen Bröckel und Wathlingen westlich der Fuhse als Retentionsfläche ausgewiesen werden soll. Das bedeutet, dass das Areal im Notfall überflutet werden kann, um Überschwemmungen in Wathlingen und Nienhagen zu vermeiden.

Das Land gehört zum größten Teil dem Wathlinger Ratsherrn und Grundbesitzer Jobst von Reden. Er hat nach Angaben von Lothar Niebuhr, Fachdienstleiter Technik bei der Samtgemeinde Wathlingen, sein Einverständnis für das Überflutungsareal erklärt. Dort sind hauptsächlich Acker- und Waldflächen. Über Entschädigungen für die Landbesitzer im Fall einer Überflutung wurde am Mittwoch nicht gesprochen.

Die Alternative, das erklärte am Mittwoch im Ausschuss der Hochwasser-Berater der Samtgemeinde, Günter Schulz, sei die Erhöhung der Wälle. Das würde aber schnell eine halbe Million Euro kosten. Die Retentionsfläche ist somit viel günstiger und wohl auch effektiver. Das sahen die Mitglieder des Ausschusses offenbar genauso. Einstimmig votierten sie nach kurzer Debatte für diese Lösung.

Das Land Niedersachsen hat neue Daten vorgelegt, wonach extreme Hochwasser schlimmere Folgen haben können als bislang angenommen. Inzwischen schauen die Fachleute nicht mehr nur auf das HQ100 genannte Jahrhunderthochwasser, das statistisch alle 100 Jahre vorkommen soll und für das Überschwemmungsgebiete festgesetzt wurden. Sie haben auch Hochwasser mit noch höheren Pegeln im Blick. Diese Szenarien werden HQextrem genannt. Dann würde die Fuhse Teile von Wathlingen und Nienhagen überschwemmen, zum Beispiel die bebauten Gebiete an den Straßen Am Katzengraben und Breite Horst, die Gewerbegebiete Nord und Nord-Ost in Nienhagen, aber auch die Biogasanlage am Triftweg in Wathlingen und das Klärwerk sowie einen Schweinestall und den Hof von Reden. Für Aue und Thöse liegen noch keine endgültigen Daten vor.

Diese Gebiete können mit der Überflutungsfläche besser geschützt werden, heißt es. Die Samtgemeinde wird nach dem Votum der Umweltpolitiker jetzt die Pläne mit dem Landkreis Celle abstimmen.