Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Wathlingen Hoffen auf Landkreis-Genehmigung
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Hoffen auf Landkreis-Genehmigung
15:41 07.12.2011
Von Simon Ziegler
Wathlingen

Die Supermarktkette Edeka will in Wathlingen einen Vollsortimenter mit einer Verkaufsfläche von 1200 Quadratmeter eröffnen. Man habe bei den Gesprächen mit Edeka einen Durchbruch erzielt, sagte Torsten Schulz, Geschäftsführer der Manus AG, am Montag im Wathlinger Gemeinderat. Die Geschäftsführung von Edeka habe für den Standort in der Südkreis-Gemeinde gestimmt, sagte Schulz weiter. In dem Supermarkt soll auch eine Frischfleischtheke integriert werden. Ein solches Angebot gibt es derzeit in der Gemeinde Wathlingen nicht.

Die Manus AG, ein bundesweit tätiger Projektentwickler aus Hannover, hat das Bürgerhaus-Grundstück gekauft. Der Investor arbeitet auch daran, auf dem Grundstück ein Medizinisches Versorgungszentrum (MVZ) zu errichten. Mit dem Allgemeinen Krankenhaus (AKH) sei ein „Raumbuch“ - also Pläne zu Grundriss und Versorgungsleitungen - erarbeitet worden, so Schulz. Das AKH ist demnach weiter als Partner im Gespräch. Zuletzt hatte Bürgermeister Torsten Harms angedeutet, nach anderen Lösungen zu suchen, weil mit dem AKH noch immer kein Abschluss erreicht wurde. Außerdem arbeitet die Manus AG daran, Wohnbebauung auf dem Gelände im Wathlinger Ortskern zu realisieren.

Die Geschäftsführung des Investors wurde in den Gemeinderat eingeladen, weil bis zum Ende des Jahres klar sein soll, wie es mit dem Gelände des Bürgerhauses Wathlinger Schacht weitergeht. Zwar hat der Rat in der Sitzung einstimmig dafür votiert, dass die Manus AG weiterplanen soll. Ob Edeka oder MVZ kommen, ist aber völlig offen.

Denn mit Verweis auf die Überversorgung an Supermärkten und Discountern in Wathlingen hatte der Landkreis Celle als Genehmigungsbehörde bislang immer verhindert, dass weiterer Einzelhandel in die Gemeinde kommt. Der Landkreis ging im Jahr 2007 bei den so genannten „Waren des periodischen Bedarfs“ in Wathlingen von einer Versorgungsquote von 132 Prozent aus. Im Klartext: Im Dorf gibt es bereits zu viele Supermärkte. Der Landkreis will den Einzelhandel nicht dem freien Spiel der Kräfte überlassen. Denn wenn es zu viele Supermärkte und Discounter gibt, droht irgendwann Leerstand in besten innerörtlichen Lagen. Die Behörde beruft sich auf das Landesraumordnungsprogramm und das Baurecht.

Gemeinde und Investor glauben dagegen, dass sich durch die Ankündigung des Edeka-Billiganbieters NP-Markt, die Filiale in der Schneiderstraße Ende 2012 zu schließen, die Ausgangslage verändert haben könnte. Der Landkreis gab dazu gestern keine Einschätzung ab. „Ich habe aus Wathlingen nichts vorliegen. Wenn etwas kommt, werden wir es prüfen“, sagte Kreisdezernent Gerald Höhl.

Schulz sagte im Gemeinderat auf Nachfrage von SPD-Ratsherr Thomas Fiedler zum weiteren Fahrplan, dass er noch vor Weihnachten weitere Gespräche führen werde. Die Verträge mit Edeka könnten im Februar unterschrieben werden, dann könnten Bauanträge gestellt werden. Das marode Bürgerhaus Wathlinger Schacht soll vermutlich im kommenden Jahr abgerissen werden.