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Wathlingen Japaner zu Besuch: Streit über Gastfreundschaft
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Japaner zu Besuch: Streit über Gastfreundschaft
17:40 14.12.2011
Nach dem Besuch des Klosters Wienhausen fuhren die 41 japanischen Sch¸ler mit ihren Begleitern zur¸ck nach Hannover. Quelle: Peter M¸ller
Wathlingen

Am Dienstag besuchten sie Celle, wurden am Mittag in Wathlingen von Bürgermeister Torsten Harms empfangen, ließen sich von Pastor Stefan Thäsler die evangelische Kirche zeigen und genossen anschließend in der Nachbarkommune eine Führung durch das Kloster Wienhausen. Martin Thunich, Schulleiter der Wilhelm-Raabe-Schule, wollte den japanischen Gästen damit einen Einblick in das Leben Deutschlands abseits der Großstadt Hannover bieten, die mit Hiroshima eine Städtepartnerschaft pflegt.

Gern hätte Thunich den japanischen Schülern die Stadt Celle näher vorgestellt. Doch Oberbürgermeister Dirk-Ulrich Mende habe es nicht geschafft, eine kostenlose Stadt- und Schlossführung zu organisieren, hatte er der CZ mitgeteilt. Das stimme gar nicht, ließ ihn am Montag ein verärgerter Mende per E-Mail wissen. Schließlich habe er Thunich über das Stadtmarketing TSC „ein wie ich finde sehr großmütiges Angebot einer nahezu kostenfreien Führung zukommen lassen“. Der Schulleiter solle das entsprechend in der Zeitung richtigstellen lassen.

102 Euro hätte Thunich für eine einstündige fachkundige Führung seiner 41 Schüler und der Begleitpersonen durch Stadt und Schloss zahlen müssen. Gern hätte er die große Gruppe geteilt, dann wäre sogar der doppelte Preis fällig geworden. Aus seinem Schulbudget hätte er das nicht zahlen können. Von einem „nahezu kostenfreien“ und „großmütigen Angebot“ könne deshalb wohl keine Rede sein, meint Thunich.

Das relativiert Stadtsprecherin Myriam Meißner. Eigentlich berechne die TSC für eine einstündige Stadtführung in Englisch 270 Euro. Eine Ermäßigung von 60 Prozent oder 168 Euro nach entsprechender Bitte des Oberbürgermeisters sei für eine finanziell stark beanspruchte Kommune eine freundliche und wohlwollende Reaktion auf eine Bitte eines Repräsentanten einer externen Schule.

Der Schulleiter hatte auch an künftige Besucher gedacht, die Hannover besuchen. Die Landeshauptstadt schicke solche Gruppen bisher eher nach Hameln, das von Hannover genauso weit entfernt sei wie Celle. Als Wathlinger habe er sich veranlasst gefühlt, aus dieser Tradition auszubrechen. „Aber bei so einem gastfreundlichen Repräsentanten der Stadt?“, fragt sich Thunich mit Blick auf Mende.

Von Joachim Gries