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Wathlingen Kampf dem Insektensterben in Samtgemeinde Wathlingen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Kampf dem Insektensterben in Samtgemeinde Wathlingen
18:32 02.11.2017
Von Simon Ziegler
Quelle: MMCez_Shutterstock
Wathlingen

Das Thema ist hochaktuell. Forscher berichten von einem massiven Insektensterben in Deutschland. Die Gesamtmasse der Fluginsekten nahm seit 1990 um mehr als 75 Prozent ab. Eine Ursache für das Massensterben könnten Stickstoffverbindungen sein, die als Düngemittel in der Landwirtschaft eingesetzt werden, heißt es.

Die Grünen in der Samtgemeinde Wathlingen hatten beantragt, das Thema auf die Agenda zu setzen. Es soll über mögliche Schritte beraten werden, dem Bienen- und Insektensterben im Bereich der Samtgemeinde Wathlingen entgegenzuwirken, hatte der Fraktionsvorsitzende Matthias Blazek gesagt. Dass jetzt die Sozialdemokraten – sowohl in der Gemeinde Nienhagen als auch in der Samtgemeinde – auf den Zug aufspringen, sei eine positive Überraschung, so Blazek.

SPD-Fraktionschef Peter Mahler erläutert, dass es insbesondere um den Schutz von Wildbienen gehe. „Zum Schutze und zur Förderung der für die Bestäubung wichtigen Wildbienen ist die Schaffung weiträumiger Biotopvernetzungen erforderlich, weil Wildbienen einen deutlich kleineren Flugradius haben als Honigbienen“, sagte er. Um im Sinne des Grünen-Antrages Fortschritte zu erzielen, sei die Bereitststellung finanzieller Mittel nötig. Die Sozialdemokraten fordern, im Haushalt der Samtgemeinde und der Gemeinde Nienhagen jeweils 5000 Euro im Jahr 2018 zur Verfügung zu stellen. „Vielleicht hilft uns dies auf dem Weg zu einer ‚bienenfreundlichen Kommune‘", so Mahler. Die Grünen ihrerseits hatten angeregt, dass Pflanzenstreifen für Insekten angelegt werden.

Unterdessen hat von der Ohe bei seinem Vortrag im 4G-Park betont, dass der Rückgang der Insektenpopulation ein schon seit Jahrzehnten andauernder Prozess sei. Ohne Insekten bräche alles zusammen, denn Bienen, Wespen, Käfer und Motten seien das Fundament eines gesunden Ökosystems.

Wollte man den Insekten helfen, brauche man ein Blühflächenprogramm, das den Bienen von Juli bis September Nahrungsquellen bietet. Auf kommunaler Ebene machten Mähpläne von Stadtgärtnereien und Bauhöfen den Bienen oft das Leben schwer, die Randstreifen noch vor der Blüte mähen. Von der Ohe kritisierte, dass es Kommunalpolitiker in der Vergangenheit oft versäumt hätten, Kompensationsflächen für Bauvorhaben auszuweisen. Bienen bräuchten Blütenvielfalt. Selbst Naturschutzflächen seien mitunter insektenfeindlich, weil nicht gewollte Pflanzen nach wenigen Jahren die Oberhand gewinnen und Monokulturen entstehen würden.