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Wathlingen Katzen-Knatsch in Wathlingen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Katzen-Knatsch in Wathlingen
16:58 07.02.2014
Von Simon Ziegler
Wathlingen

In Wathlingen gibt es eine Familie, die ist sehr nett zu Vierbeinern. Fünf Katzen hält die Familie selbst, dazu füttert sie regelmäßig drei Streuner. Macht zusammen acht Katzen, vielleicht sind es auch noch mehr - wer weiß das schon so genau. Und diese Katzen fressen nicht nur, sie haben auch andere Bedürfnisse. Weil sie ihr Geschäft gern in Nachbars Garten erledigen, sah man sich am Mittwoch vor Gericht.

Die Richterin im Celler Amtsgericht hatte zur Güteverhandlung geladen. Und so schilderten die beiden Parteien ihre Versionen der Geschichte. Auf der einen Seite die tierlieben Katzenfreunde, die sich vom Nachbarn terrorisiert fühlen, weil der die Katzenscheiße auf ihr Grundstück geworfen habe. Da sei der Sohn mit dem Rollstuhl durchgefahren und habe den Kot ins Wohnzimmer getragen.

„Zurückgebracht“ habe er den tierischen Stuhlgang, soll dagegen der Mann gesagt haben, der von Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms anwaltlich vertreten wurde. In seinem Garten könne man nicht mal mehr Unkraut jäten, weil alles vollgekackt sei - unzumutbar sei das, sagte der Mann. Auch die andere Seite hatte Verstärkung mitgebracht, Heidi Peters vom Celler Tierheim. „Es ist ganz normal auf dem Dorf, dass Katzen rumlaufen. Das muss man einfach mal hinnehmen“, findet sie.

Schon seit ein paar Jahren zieht sich der Streit hin, trotzdem konnten sich die beiden Parteien am Mittwoch auf einen Kompromiss einigen. Weil drei der fünf Katzen schon 15 beziehungsweise 18 Jahre alt sind – die Richterin sprach vom Mindesthaltbarkeitsdatum, das bei einer Katze erreicht sei – hat man sich darauf verständigt, dass eine sterbende Katze nicht ersetzt und auch sonst keine neue Katze angeschafft wird. Außerdem sollen die Streuner nicht mehr gefüttert werden. In einem halben Jahr will man gucken, ob sich die Situation verbessert hat.

Ob im Wathlinger Katzen-Knatsch Ruhe einkehrt? Man kann es nur hoffen. Denn nicht jeder teilt die Einschätzung von Leonardo da Vinci. „Schon die kleinste Katze ist ein Meisterwerk“, fand der Bildhauer vor ein paar Jahrhunderten.