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Wathlingen Keine Zuschüsse für Wathlinger Kalibahn
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Keine Zuschüsse für Wathlinger Kalibahn
17:49 28.02.2014
Von Simon Ziegler
Die Fahrraddraisine von Wathlingen nach Hänigsen ist auch bei - Ferienpass-Kindern beliebt. Fördermittel gibt es trotzdem nicht.  Quelle: Tanja Rother (Archiv)
Wathlingen

Kleinbahner Joachim Leiner nimmt kein Blatt vor den Mund. „28.000 Euro werden da aus dem Fenster herausgeworfen und für uns hat man kein Geld“, schimpft er mit Blick auf die Bürgerbus-Studie in der Region Aller-Fuhse-Aue.

Er ist sauer, weil dem Verein Kleinbahn Wathlingen-Ehlershausen angeblich vom Amtshof Eicklingen im Rahmen der ILE-Region (Integrierte Ländliche Entwicklung) signalisiert worden sein soll, dass Geld für die Anschaffung von Draisinen fließen könnte. Daraufhin, im Jahr 2012, ist der Vereinsvorsitzende Leiner in Vorleistung getreten und hat für rund 32.000 Euro sechs Draisinen angeschafft. Eine hat im vergangenen Jahr die Gemeinde Nienhagen gekauft und dem Verein zur Verfügung gestellt.

Die Eisenbahn-Nostalgiker hatten sich das Ziel gesetzt, die alte Grubenbahn von „Kali und Salz“ wieder in Betrieb zu nehmen und der Nachwelt als rollendes Denkmal zu erhalten. Der Verein nahm die Strecken von Hänigsen nach Wathlingen und von Wathlingen nach Elwerath im Jahr 2010 mit zwei Fahrzeugen wieder in Betrieb.

Bei der Samtgemeinde Wathlingen dachte man sich das Konstrukt aus, dass die Gemeinde Wathlingen die Draisinen von Leiner kaufen, dem Verein zur Verfügung stellen und beim Land Anträge auf Fördermittel stellen solle, weil das in der Zuständigkeit der Mitgliedsgemeinden liegt. Doch Bürgermeister Torsten Harms hatte rechtliche Bedenken und die Kommunalaufsicht des Landkreises informiert. Denn das Prinzip bei der Förderung von Projekten lautet immer: Erst beantragen, dann den Förderbescheid abwarten, schließlich anschaffen.

Klar ist: Dass in der Region Aller-Fuhse-Aue bei der Wathlinger Kalibahn diese Reihenfolge nicht eingehalten wurde und keine Gelder fließen, hat mit der kritisierten Bürgerbus-Studie nichts zu tun. Es scheint vielmehr, als hätten sich die Kleinbahner auf Zusagen verlassen und sich schließlich im Förderdschungel verfahren. Und trotzdem bleibt bei manchen das Gefühl zurück, dass einerseits umstrittene und vielleicht sinnlose Vorhaben gefördert werden und andererseits für ein funktionierendes, touristisches Projekt kein Geld übrig ist. Im vergangenen Jahr haben 8000 Menschen an den Draisinen-Fahrten teilgenommen.

„Es wird zurzeit kein Geld geben“, sagte Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube. Er sagt: Mittel könne man nur dann bekommen, wenn ein Projekt für zwölf Jahre gesichert sei. Das sei bei der Kalibahn aber nicht der Fall. Mit K+S laufe der Vertrag über die Strecken schon 2015 aus.