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Wathlingen Kinder können nicht schwimmen lernen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Kinder können nicht schwimmen lernen
17:04 13.09.2013
Wathlingen

250 Menschen sind in diesem Jahr in deutschen Gewässern ertrunken, viele davon Jugendliche. Ein Beleg auch dafür, wie wichtig es ist, schwimmen zu lernen. In der Grundschule in Wathlingen geschieht das normalerweise in der zweiten Klassen. Doch dieses Jahr bekommen nicht alle Schüler die Möglichkeit.

CeBus hat unvermittelt die Fahrpreise für die Beförderung zum Schwimmbad um 300 Prozent erhöht. Das sorgt für Unverständnis bei Eltern, Schulleitung und der Verwaltung der Samtgemeinde Wathlingen. „Bisher haben wir 19,80 Euro pro Fahrt bezahlt, jetzt kostet es auf einmal 78 Euro”, sagt Susanne Adolph, Leiterin der Grundschule Wathlingen.

Diese Summe kann die Grundschule nicht ohne weiteres aufbringen, immerhin geht es um 6000 Euro im Jahr zusätzlich, mal davon abgesehen, dass das Budget der Schule nicht einfach im großen Rahmen verändert werden kann. Die Folge ist, dass jetzt nur noch eine Klasse aus der Schule zum Schwimmen fahren kann. Auch die Grundschule in Adelheidsdorf ist von der Preiserhöhung betroffen. Aus Nienhagen könne die Kinder zum Bad laufen.

Die Wathlinger Schulleiterin kann die Erhöhung nicht nachvollziehen. „Man hätte ja über alles reden können, aber so ist das schon sehr drastisch”, sagt Adolph. Das sieht auch Stefan Hausknecht vom Schulträger der Samtgemeinde Wathlingen so. „In diesem Umfang kann ich die Erhöhung nicht nachvollziehen, denn die bisherigen Preise hatten doch wohl auch eine kalkulatorische Grundlage”, sagt der Fachbereichsleiter.

Die Gemeinde hat inzwischen auch Alternativen zur Beförderung durchgespielt, etwa Vereinsbusse oder private Anbieter. Doch diese Ideen sind entweder nicht praktikabel oder noch teurer. „Wir werden auf die Situation bei den nächsten Haushaltsberatungen hinweisen, allerdings kann es auch nicht sein, dass wir bei unserer angespannten Situation einfach eine solche Summe zur Verfügung stellen”, sagt Hausknecht. Der Landkreis Celle scheidet in diesem Falle als Finanzierer aus, weil der Schulträger und damit Wathlingen dafür zuständig ist.

Eine Sprecherin der CeBus erklärte die Preiserhöhung damit, dass es sich um eine Sonderfahrt handeln würde und keinen Linienbus. Dabei müsste der Fahrer mit dem Bus extra dorthin fahren, die Kinder aufnehmen, abholen und wieder zurückbringen. „Dass das mit 20 Euro nicht wirtschaftlich darstellbar ist, leuchtet wohl jedem ein”, so die Sprecherin. Die Frage nach den bisherigen Preisen erklärte sie damit, dass Sonderfahrten bisher quersubventioniert worden seien. Im Zuge der Effizienzsteigerungen sei diese Vorgehensweise aber hinterfragt worden. Die Schule könne sich diese Leistung auch bei einem anderen Anbieter einkaufen, wenn es günstigere Angebote gebe, weil die Fahrten nicht Bestandteil des normalen Schülerverkehr seien.

Tore Harmening

Von Tore Harmening