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Wathlingen Landkreis Celle will neue Naturschutzgebiete ausweisen
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17:14 09.06.2017
Im Waldstück Hellern bei Wietze finden Spechte im Totholz Platz für ihre Höhlen. Ganze Bäume verrotten hier – auf natürliche Weise. Quelle: Alex Sorokin
Wathlingen

Die Gebiete sind bereits durch die Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH) der EU Teil des ökologischen und europaweiten Netzes „Natura 2000“. Der Landkreis Celle ist nun verpflichtet, die von der EU anerkannten FFH-Gebiete zu geschützten Teilen von Natur und Landschaft zu erklären.

Kreisrat Gerald Höhl betonte in der vorherigen Ausschusssitzung, dass es unumgänglich sei, die Naturschutzgebiete auszuweisen. „Wir müssen die FFH-Gebiete in die landesrechtliche Form überführen“, erläuterte er den Schritt. „So bekommen die Bürger klare Regeln, was man vor Ort tun darf und was nicht.“

Das Waldgebiet Brand ist mit 483 Hektar das größte Wald-FFH-Gebiet im Landkreis Celle, 14 Hektar sind bereits seit 1974 ein Naturwaldreservat. Die gesamte Fläche ist Eigentum der Niedersächsischen Landesforsten. Dank der zahlreichen Kleingewässer fühlt sich auch der Kammmolch wohl in dem feuchten Mischwald. Nicht mehr benutzt, aber immer noch präsent ist eine alte Gleistrasse von K+S. Die Ausschussmitglieder nahmen den Verordnungsentwurf zur Kenntnis, nun erfolgt die öffentliche Auslegung.

Diesen Verfahrensschritt hat die Vorlage zum FFH-Gebiet Hellern, das eine 66 Hektar große Fläche umfasst und ebenfalls den Niedersächsischen Landesforsten gehört, bereits absolviert. Aufgrund der Ergebnisse der öffentlichen Auslegung wurde der Verordnungsentwurf angepasst. So wurden beispielsweise konkrete Vogelarten wie der Grünspecht ergänzt. Zum Abschluss des Ausweisungsverfahrens muss nun der Kreistag die Verordnung beschließen. Damit wäre diese Fläche die erste, die vom Landkreis gemäß der aktuellen EU-Vorgaben als Naturschutzgebiet ausgewiesen wird. Bis Ende 2018 sollen noch eine ganze Reihe weiterer Naturschutzgebiete folgen.

Von Amelie Thiemann