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Wathlingen Neue Pläne für grünen Kaliberg in Wathlingen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Neue Pläne für grünen Kaliberg in Wathlingen
18:23 05.02.2015
Von Simon Ziegler
Wenn K+S auf das Abfräsen verzichtet, wird die begrünte Haldenfläche größer. Dazu muss das Unternehmen Grundstücke am Kaliberg erwerben. Quelle: Alex Sorokin
Wathlingen

Die Pläne zur Rekultivierung der Kalihalde in Wathlingen werden möglicherweise geändert. Projektleiter Gerold Jahn vom Bergbauunternehmen K+S bestätigte der CZ, dass im Konzern darüber nachgedacht wird, auf das Abfräsen des Salzbergs zu verzichten. Das Ganze sei aber noch nicht entschieden. Wann K+S den Beschluss fassen will, ist ebenfalls unklar. Zunächst müssten Grundstücksfragen geklärt werden, sagte Jahn. „Im Rahmen des anstehenden Genehmigungsverfahrens sind wir verpflichtet, mehrere Varianten zu prüfen.“

Bei der Begrünung der Wathlinger Kalihalde wird sich die Fläche nach den bisherigen Planungen von 25 auf 40 Hektar vergrößern. Die Halde soll mit Bauschutt und Mutterboden abgedeckt werden. Teile der Halde will K+S konturieren. Das bedeutet, dass sie abgefräst werden. Denn Bereiche im Westen und Norden des Bergs sind zu steil, um sie abdecken zu können. Das abgefräste Salz sollte aufgelöst und in das Bergwerk eingeleitet werden, hieß es bisher.

Genau das steht jetzt offenbar zur Disposition. „Das Abfräsen bedeutet einen hohen Aufwand“, sagte Jahn. Ein hoher Aufwand wiederum bedeutet hohe Kosten. Wie viel Geld gespart werden könnte, gab K+S nicht bekannt. Vielmehr heißt es, dass noch nicht klar sei, ob es tatsächlich zu Einsparungen kommen wird, da die Kosten für den Erwerb von Grundstücken noch nicht abschließend verhandelt sind.

Sollte auf das Abfräsen von Salz verzichtet werden, müsste wegen des steilen Salzbergs die Haldenfläche größer werden. Dann müsste auch die Straße Zum Bröhn 40 oder 50 Meter verlegt werden. Das heißt möglicherweise auch, dass mehr Material verbaut werden muss, so dass das Lkw-Aufkommen steigt. „Die Abdeckmenge wird geringfügig größer“, erklärte dagegen Jahn. Es bleibe bei der Größenordnung von zwölf Millionen Tonnen, die angeliefert würden. Ab 2017 wird mit den ersten Anlieferungen per Lastwagen gerechnet, die Erde und Baustoffe wie Beton und Ziegel nach Wathlingen fahren.

Um die Pläne zu verwirklichen, versucht K+S, Grundstücke am Kaliberg zu erwerben. So hat der Konzern Interesse an einem Teil des Grundstücks, das dem Verein für Deutsche Schäferhunde gehört. Neben dem Hundeverein besitzt die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Flurstücke. K+S habe aber bisher keine Anfrage gestellt, ob die Kirche bereit sei, „mögliche Vorhaben des Unternehmens durch Flächenverkauf zu unterstützen“, sagte Kirchenkreis-Sprecher Uwe Schmidt-Seffers.

Am Mittwoch haben Vertreter von K+S im Ortsrat Hänigsen die Pläne zur Rekultivierung der Halde vorgestellt. In Hänigsen wird befürchtet, dass ein Großteil der Lkw durch den Uetzer Ortsteil fahren könnte. Dort stoßen die Pläne deshalb auf großes Interesse und auch auf Skepsis der Bevölkerung. Rund 60 Bürger kamen in die Ortsratssitzung.

Unterdessen hat Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube bestätigt, dass es in Kürze ein Treffen mit K+S-Verantwortlichen geben soll. Am 26. Februar soll besprochen werden, wie es mit der Kalibahn weitergehen soll. Der Kleinbahnverein Wathlingen-Ehlershausen steht vor dem Aus, weil sich das Bergbauunternehmen bislang nicht konkret geäußert hat, ob Gleise abgebaut werden oder nicht. „Ich bin verhalten optimistisch. Sie wollen uns einen Lösungsvorschlag für die Kalibahn unterbreiten“, sagte Grube.

Der Kleinbahnvorsitzende Joachim Leiner kritisierte, dass K+S das Material zur Begrünung des Bergs mit Lastern und nicht über die Schienen anliefert. Sollte die Haldenfläche tatsächlich größer werden, „müssten wir mit der Bahn deutlich weiter nach Westen ausweichen“.