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Wathlingen Nienhagen verlangt neues Finanz-Modell
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Nienhagen verlangt neues Finanz-Modell
17:11 05.02.2010
Von Simon Ziegler
Wolfgang Grube und die Zukunft des Samtgemeinde-Bauhofes Quelle: Peter Müller
Wathlingen

Die Zukunft des Bauhofs der Samtgemeinde Wathlingen ist völlig offen. In nichtöffentlicher Sitzung haben die Verwaltungsausschüsse aus Wathlingen, Nienhagen und Adelheidsdorf sowie der Samtgemeindeausschuss im Nienhäger Rathaus versucht, eine Lösung zu finden. Allein, es blieb beim Versuch. „Es wurde keine Einigung erzielt“, teilte Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube mit.

Das bedeutet: Nienhagen bleibt bei seiner Forderung, dass die Mitgliedsgemeinden jede Tätigkeit künftig genau abrechnen sollen. Da der Bauhof dann nicht mehr aus der Samtgemeinde-Umlage finanziert werde, müsste diese sinken, so das Kalkül. Andernfalls will Nienhagen aus dem Bauhof ausscheiden. Denkbar ist dann eine Privatisierung der bisherigen Bauhof-Aufgaben.

Hintergrund ist ein Streit ums Geld. Nienhagens Bürgermeister Klaus Gärtner hatte im Januar darauf verwiesen, dass seine Gemeinde rund 60 Prozent bezahle, aber nur 30 Prozent der Bauhof-Leistungen erhalte. Deshalb wurde die Teilnahme am Bauhof zum 31. Dezember 2010 gekündigt.

Nach der Sitzung haben die Mitgliedsgemeinden Wathlingen und Adelheidsdorf sowie die Samtgemeinde betont, dass die Existenz des Bauhofs mit seinen zwölf Mitarbeitern nicht in Frage gestellt wird. „Es besteht aber die Möglichkeit, dass sich der nächste Rechtsstreit anbahnt“, sagte Grube mit Verweis auf die Ankündigung Nienhagens, ein Normenkontrollverfahren gegen den Haushalt der Samtgemeinde einzuleiten, weil Nienhagen das Samtgemeinde-Darlehen über 250000 Euro für die Bücherei im Vier-Generationenpark nicht mittragen will.

Susanne Führer, Bürgermeisterin von Adelheidsdorf, warnte davor, die Bauhof-Mitarbeiter weiter zu verunsichern. „Nienhagen will punktuell Leistungen einkaufen. Da machen wir aber nicht mit.“ Zudem entstünde durch genaues Abrechnen mehr Verwaltungsaufwand. Führer: „Es ist doch gerade der Sinn des gemeinsamen Bauhofes, dass Synergien genutzt werden.“

Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms sprach von einem Schildbürgerstreich. „Ich bin mal gespannt, wer in Nienhagen ab dem 1. Januar die Gehwege sauber macht.“