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Wathlingen Noch keine Rettung für Kalibahn
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Noch keine Rettung für Kalibahn
17:42 03.04.2013
Von Simon Ziegler
Industriekultur: Der Verein Wathlingen-Ehlershausen - bietet Fahrten von Wathlingen nach Hänigsen an. Wie lange noch? Quelle: nicht zugewiesen
Wathlingen

Eine Lösung für die Wathlinger Kalibahn ist derzeit nicht in Sicht. Die Kleinbahner warten darauf, dass sich das Bergbauunternehmen K+S, die niedersächsischen Landesforsten sowie die Gemeinde Uetze und die beteiligten Kommunen in der Samtgemeinde Wathlingen darauf verständigen, wie der Betrieb der Nostalgie-Eisenbahn langfristig aufrecht erhalten werden kann.

Rückblick: Im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass der 1,2 Kilometer lange Abschnitt im Mittelteil der Strecke zwischen Wathlingen und Hänigsen dazu führen könnte, dass der Verein Kleinbahn Wathlingen-Ehlershausen seine Draisinenfahrten einstellen muss. Die insgesamt 5,5 Kilometer lange Strecke befindet sich bis auf den mittleren Teil im Besitz von K+S. Den hat das Unternehmen von den niedersächsischen Landesforsten gepachtet. Der Vertrag wurde zum Jahresende 2012 gekündigt, da K+S keinen Bedarf mehr an der Strecke hatte. Da aber der Abschnitt mit einer Rückbauverpflichtung belegt ist, müssten Schienen und Schotter abgebaut und mögliche Bodenbelastungen durch Schmierstoffe beseitigt werden, nachdem die Industriebahn dort jahrzehntelang verkehrte.

Doch es bahnte sich eine Lösung an: Eine Idee sah vor, dass die Kommunen und der Verein eine Stiftung gründen, die formal die Rückbauverpflichtung übernimmt. Das für den Rückbau benötigte Geld könnte K+S einbringen, hieß es.

Inzwischen ist das Vorhaben aber ins Stocken geraten. Der Stiftungsgründung ist man in den vergangenen Monaten jedenfalls nicht nähergekommen. Zwar liegt inzwischen ein Gutachten zur Belastung des Bodens vor. Doch über den Inhalt schweigen sich K+S und die Landesforsten aus. Die Ergebnisse seien vertraulich, so Ulrich Pausch, Kaufmännischer Leiter der Inaktiven Werke bei K+S. Zu den Kosten sagte er, dass der Rückbau „weniger als eine Million Euro“ kosten würde.

Auch Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube wollte sich nicht zu Details des Gutachtens äußern. Er sagte lediglich, dass in der Expertise „keine Überraschungen und keine dramatischen Dinge“ stehen.

Warum dann der Weltkonzern K+S wegen einem Schienenabschnitt von gut einem Kilometer Länge, auf dem Kleinbahner in ihrer Freizeit Draisinen bewegen, keine schnellere Lösung hinbekommt, verstehen Kleinbahner und Kommunen nicht. „Großunternehmen gleichen einer öffentlichen Verwaltung. Das dauert alles ein bisschen länger“, spöttelt Grube. Er will darauf hinwirken, dass die Landesforsten „vorerst auf den Rückbau verzichten“. Der Wathlinger Bürgermeister Torsten Harms betont, er habe den Eindruck, dass die Landesforsten entgegenkommend seien.

Kleinbahner Joachim Leiner hofft auf eine baldige Entscheidung zugunsten seines Vereins, um das touristische Angebot zu erhalten. Dabei geht es auch um Fördergelder. Denn für sechs Fahrrad-Draisinen wurden Gelder bei der EU beantragt. 32.000 Euro konnten bislang nicht ausgezahlt werden, weil der Verein nicht nachweisen konnte, dass die Strecke über einen Zeitraum von zwölf Jahren betrieben wird.

Simon Ziegler