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Wathlingen Restaurant im 4G: Steuerzahlerbund schaltet sich in Wathlingen ein
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Restaurant im 4G: Steuerzahlerbund schaltet sich in Wathlingen ein
16:52 05.02.2014
Von Simon Ziegler
„Hier packt der Chef mit an“, hieß es Anfang 2013, als Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms selbst zum Kellner wurde. Damals servierte er 4G-Geschäftsführerin Kerstin Biedermann Getränke.  Quelle: Peter Müller (Archiv)
Wathlingen

Freundlich im Ton, aber bestimmt in der Sache ist ein Brief formuliert, den der niedersächsische Steuerzahlerbund an Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms geschickt hat. Weil den Ausgabenwächtern zu Ohren gekommen ist, dass sich die wirtschaftliche Lage des Restaurants im 4G-Park schlechter darstellt als erhofft und von November 2012 bis Oktober 2013 ein Verlust von 180.000 Euro eingefahren wurde, wird um Stellungnahme der Gemeinde gebeten.

Der Steuerzahlerbund will wissen, auf welche Summe sich der Verlust im gesamten Jahr 2013 beläuft und aus welchen Gründen der Restaurant-Betrieb die finanziellen Erwartungen nicht erfüllt. Zudem wird um Antwort auf die Frage gebeten, welche Anstrengungen unternommen werden, das „vierG“ wirtschaftlicher zu gestalten. Auch die künftige Rechtsform des Restaurants wird in dem Schreiben angesprochen. Schließlich wollen die Ausgabenwächter wissen, ob inzwischen die endgültigen Planungs- und Baukosten des 4G-Parks beziffert werden können.

Der Bund der Steuerzahler möchte mit dem Brief nach eigener Darstellung den aktuellen Sachstand zum Restaurant in Erfahrung bringen. „Wir befürchten, dass der defizitäre 4G-Park die Finanzkraft der Gemeinde überfordern könnte. An dieser Stelle verweisen wir auf zusätzliche Belastungen für die Bürger, die sich aus der jüngst beschlossenen Erhöhung der Grundsteuern A und B von 370 auf 400 Punkte ergeben“, heißt es in dem Schreiben.

Bürgermeister Harms reagierte gestern schmallippig auf den Brief. „Die haben Fragen, die werden wir beantworten. Ich habe da kein Problem mit“, sagte er. Gleichwohl weiß er, dass der Steuerzahlerbund in der Öffentlichkeit großes Ansehen genießt. Wenn er sich für ein öffentliches, mit Steuergeldern finanziertes Projekt interessiert, ist das selten eine gute Nachricht für die Verantwortlichen.

Die Gemeinde wollte das Restaurant ursprünglich nicht selbst führen und sprang ein, weil sich keine andere Lösung realisieren ließ. Im Gemeinderat ist man der Meinung, dass dass das Restaurant langfristig nicht in der Hand der Gemeinde bleiben soll. Das „vierG“ könnte möglicherweise als gemeinnützige GmbH, als Genossenschaft oder Verein geführt werden, hieß es zuletzt. Am Montag hat sich der Finanzausschuss der Gemeinde erneut mit dem Thema befasst. Die Grünen haben beantragt, das Restaurant zu privatisieren und als Anreiz für drei Jahre die Pacht auszusetzen. Die SPD schlägt vor, das „vierG“ in Kooperation mit der Berufsbildenden Schule als Lehrrestaurant zur Ausbildung von Köchen und Servicekräften zu führen. Über beide Anträge wurde noch nicht entschieden.