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Wathlingen Salzwasser soll in Flüsse geleitet werden
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Salzwasser soll in Flüsse geleitet werden
18:29 16.11.2010
Von Simon Ziegler
Wathlingen

Die langfristigen Folgen des Salzabbaus im Bergwerk Niedersachsen-Riedel sorgen in Wathlingen weiter für Zündstoff. Während die Gemeinde mit dem heimischen Experten Wolfgang Scholz einen eigenen Entwurf zur Nachnutzung des Kalibergs vorgelegt hat, plant der frühere Betreiber der Schachtanlage die Einleitung von salzhaltigem Wasser in Aller und Fuhse. Unternehmenssprecher Ulrich Göbel bestätigte, dass entsprechende Gespräche mit dem Landkreis Celle und der Region Hannover geführt wurden, „mit der Absicht, entsprechende Genehmigungsverfahren einzuleiten“. Alternativen schloss er explizit nicht aus.

2007 begann K+S, Süßwasser aus der Fuhse zu entnehmen, um es zum Schacht Niedersachsen zu pumpen. Außerdem wird das salzhaltige Regenwasser, das am Kaliberg aufgefangen wird, in den Berg gebracht. Ziel ist die Stabilisierung des Grubengebäudes. Bis zum Jahr 2020 sollen etwa 25 Millionen Kubikmeter Hohlraum gefüllt sein. Inzwischen hat die Lauge die 1200-Meter-Sohle erreicht.

Noch ungeklärt ist die Frage, was mit dem Regenwasser passiert, wenn die Hohlräume verfüllt sind. Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms hatte Widerstand angekündigt, sollte Wasser in die Flüsse geleitet werden. Auch Gerald Sommer befürchtet eine Versalzung der Fließgewässer. „Endlich lassen sie die Katze aus dem Sack. Der Umweltfrevel geht weiter“, sagte der Grünen-Politiker.

Dagegen betont K+S, geltende Richtwerte einzuhalten. „Die Mengen, die wir einleiten, werden die Qualität der Flüsse nicht verändern“, versucht Göbel zu beruhigen. Es würden allenfalls leicht erhöhte Salzwerte festgestellt, sagte er. Eine mögliche Begrünung des Kalibergs bezeichnete Göbel als „optimale Lösung“, die nach wie vor diskutiert werde. Genau das macht K+S beispielsweise in Friedrichshall in Sehnde. Dort werden jährlich mehrere Hunderttausend Tonnen Bodenaushub, Erde und Steine auf den Berg gebracht, um eine 15 bis 25 Meter dicke Schicht zu schaffen, so dass kein salzhaltiges Regenwasser mehr gebildet wird. Göbel wies Spekulationen zurück, dass K+S allein aus finanziellen Gründen entsprechende Pläne nicht konkretisiere. Die großen Mengen an geeignetem Material seien ohne Weiteres nicht zu bekommen, so der Sprecher.

„Wir haben noch nie so konkret von K+S gehört, dass das Salzwasser in die Flüs-

se soll“, sagte Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube. Beide Seiten demonstrieren unterdessen Gesprächsbereitschaft. K+S will sich auch das Wathlinger Konzept von Scholz ansehen. Das sieht im Kern vor, Teile des Berges abzutragen, die Halde abzudecken und den Berg eventuell touristisch zu nutzen.