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Wathlingen Streit über Güllelager in Wathlingen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Streit über Güllelager in Wathlingen
14:03 06.09.2013
Von Simon Ziegler
Wathlingen

Am Montag haben Bürger im Wathlinger Umweltausschuss ihrem Ärger Luft gemacht, unter ihnen auch der Seniorchef eines lebensmittelproduzierenden Betriebes, der 50 Meter neben dem geplanten Standort sein Unternehmen betreibt. Eine von den Biogasbetreibern Am Triftweg geplante "Güllebank" würde ihn schädigen, sagt er. Aus Furcht vor finanziellen Einbußen will er seinen Namen nicht in der Zeitung lesen. "Die Güllebank soll keine Abdeckung haben. Wir befürchten, dass uns wegen Gestank und möglichen Schadstoffen Kunden abspringen", sagt der Mann.

Fakt ist, dass Johann-Heinrich Kesselhut und Hans-Hinrik Berkhan einen Bauantrag eingereicht haben. Sie wollen neben der Biogasanlage einen Lagerbehälter errichten. Der soll in den Wintermonaten befüllt und im April geleert werden, sagt Berkhan. 90 Prozent seien Gärreste, zehn Prozent Gülle von Rind und Schwein. Der Landwirt verweist auf eine Stellungnahme des TÜV Nord. Die besage, dass die Produktion des Nachbarn nicht beeinflusst werde. Der Bau des Behälters geht auf eine verschärfte Auslegung der Düngeverordnung zurück. Das heißt: Landwirte dürfen den Dünger im Herbst in geringerem Maße auf die Felder bringen und brauchen Lager.

Stefan Hausknecht von der Gemeindeverwaltung sagt, dass der Behälter ein Volumen von 5000 Kubikmeter fassen soll. Dem Vernehmen nach ist ein Beton-Rundbehälter mit einem Durchmesser von 32,5 Meter und einer Höhe von sechs Metern geplant. Durch die Gärreste und die Gülle soll sich automatisch ein "Schwimmdeckel" bilden, so dass keine Geruchsbelästigung entstehe.

Genehmigungsbehörde ist der Landkreis Celle. Kreisdezernent Gerald Höhl wollte sich aus Datenschutzgründen nicht konkret äußern, sagt aber grundsätzlich: "Wir haben zu überprüfen, ob die gesetzlichen Vorgaben erfüllt sind. Wenn die Lebensmittelprodukte eines Nachbarn verschlechtert würden, könnte die Genehmigung nicht erteilt werden." Die Gemeinde schlägt ein Gespräch beim Landkreis Celle mit Anwohnern und Betreibern vor, um eine Lösung zu finden.