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Wathlingen Wathlingen: Beutel statt DNA-Analyse
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlingen: Beutel statt DNA-Analyse
17:28 04.06.2012
Wathlingen

Kaum wird die Idee diskutiert, wird sie schon wieder einkassiert: Eine flächendeckende DNA-Analyse aller Wathlinger Hunde zur Verursacher-Ermittlung unsignierter Hundehäufchen wird es in der Gemeinde nicht geben. Heute soll der Wathlinger Verwaltungsausschuss in nichtöffentlicher Sitzung das anrüchige Thema zu den Akten legen. Bürgermeister Torsten Harms verkündete gestern das Aus.

„Es gibt weder für die Verpflichtung, eine DNA-Probe abzugeben noch für die Übernahme der Kosten eine Rechtsgrundlage“, stellt Harms fest, der als Rechtsanwalt tätig ist. Er sieht zudem in der Nichterfassung von ortsfremden Hunden einen Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz.

Harms kündigte an, im Verwaltungsausschuss den Vorschlag zu unterbreiten, die Bürger positiv mit einer Aktion „Nicht ohne Beutel“ anzusprechen. Zudem solle das Ordnungsamt der Samtgemeinde Kontrollen an der Bahntrasse durchführen. Eins hätte die Diskussion des Themas am 14. Mai im Wathlinger Bauausschuss aber bewirkt, meint Harms: Das Problemthema sei auch in einer breiten Öffentlichkeit diskutiert worden.

Wolfgang Scholz, CDU-Mitglied und damit Parteifreund des Bürgermeisters, hatte Mitte Mai vorgeschlagen, alle rund 440 Wathlinger Hunde einer DNA-Analyse zu unterziehen und den genetischen Fingerabdruck in einer Datenbank abzuspeichern. Nach seiner Vorstellung sollte künftig jedes anonyme Hundehäufchen im Labor untersucht werden, bei positivem Datenabgleich sollte eine um ein Ordnungsgeld aufgestockte Rechnung an den uneinsichtigen Hundehalter geschickt werden. Die bisherigen Versuche, das Wathlinger Hundekotproblem in den Griff zu bekommen, seien an der Vernunft der Hundehalter gescheitert, hatte Scholz beklagt.

Mit seinem Vorstoß hätte der CDU-Ratsherr ein bundesweites Konjunkturprogramm lostreten können, wären andere Kommunen auf den Zug aufgesprungen: Millionen DNA-Analysen, jede Menge Papierkram, Tausende Hundehäufchen-Sammler, vielleicht auf Provisions-Basis, wären durch das Land gezogen. Nebenbei hätte mancher anonyme Hundebiss geklärt werden können. Wathlingen wird sich wohl eine neue Idee einfallen lassen müssen. J

Von Joachim Gries