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Wathlingen Wathlingen: Dickes Minus im 4G-Restaurant
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18:36 26.11.2013
Von Simon Ziegler
Gleich zu Beginn der Mittagszeit waren gestern keine Gäste im Restaurant des Generationenparks in Wathlingen, um sich von Peter Holik bekochen zu lassen. Der Mittagstisch läuft eigentlich recht gut, doch abends kommen zu wenig Gäste.   Quelle: Alex Sorokin
Wathlingen

Zwischen drei Gerichten können die Gäste des „vierG“ jeden Tag wählen. Am Dienstag gab es Rotkohlroulade von Wild und Schwein mit Kartoffeln; Moussaka mit Kartoffeln, Gemüse und Sahne-Käsesauce sowie Schopsky Salat mit Schafskäse und Brötchen. Teuer sind die Gerichte nicht. Zwischen 5 und 5,90 Euro zahlen Besucher beim Mittagstisch.

Mit dem Mittagstisch ist die Gemeinde auch sehr zufrieden, er wird gut angenommen, heißt es. Nur das Abendgeschäft macht Sorgen. Das sei „ausbaufähig“, sagt Bürgermeister Torsten Harms.

Nachdem die CZ um Zahlen zur wirtschaftlichen Lage gebeten hatte, machte er diese am Dienstag publik. Sie sind alles andere als gut. Die Gemeinde muss jeden Monat im Schnitt 15.000 Euro in das Restaurant stecken. Das heißt: Im ersten Jahr ist ein Minus von 180.000 Euro aufgelaufen. Zählte man die Stunden dazu, die Rathaus-Mitarbeiter etwa in die Abrechnung von Köchen, Service- und Aushilfskräften investieren, fiele das Minus noch höher aus. Harms hofft jetzt auf die Monate November und Dezember. Diese seien umsatzstark, weil Firmen und Vereine ihre Weihnachtsfeiern im 4G-Park ausrichten und weitere Veranstaltungen anstehen.

Die Gemeinde räumt ein, dass es anfangs personelle Schwierigkeiten und eine „unstete Küche“ im Restaurant gegeben habe. Die Probleme seien überwunden. „Die gute Küche hat in der zweiten Jahreshälfte zu einem deutlichen Anstieg der Besucherzahlen geführt, neben der Oberschule beliefern wir nun auch die beiden örtlichen Kindergärten“, sagt der Verwaltungschef.

Weil sich eine andere Lösung nicht realisieren ließ, betreibt die Gemeinde selbst das Restaurant. Nach Angaben von Harms sei der Gemeinderat davon ausgegangen, dass der Betrieb im ersten Jahr einen Verlust von 100.000 Euro einfahre, im zweiten Jahr ein ausgeglichenes Ergebnis vorlege und im dritten Jahr einen Überschuss erziele.

Die Politik hatte Anfang des Jahres entschieden, den Restaurantbetrieb zunächst bis Ende Februar 2014 zu führen. Der Rat wird im Januar auf Antrag der SPD und der Grünen über eine Veränderung der Rechtsform befinden, sagte Harms. Man sei einhellig der Meinung, dass das Restaurant langfristig nicht in der Hand der Gemeinde bleiben soll. Das Restaurant könnte demnach in Ermangelung eines privaten Gastronoms als gemeinnützige GmbH, als Genossenschaft oder Verein geführt werden. „In jedem Fall halten alle Ratsmitglieder den 4G-Park für eine gute Einrichtung mit Vorbildcharakter, auch wenn der Restaurantbereich trotz hoher Qualität hinter den Erwartungen zurückbleibt. Ich gehe heute davon aus, dass der Betrieb über den 1. März 2014 in jedem Falle fortgeführt wird“, so Harms.

Ein Jahr nach der Eröffnung gibt es auch gute Nachrichten im 4G-Park. Das Haus wird wie erhofft von Vereinen und Institutionen als Veranstaltungsort angenommen. Die Mensa und die Qualität des Essens wurden von der Schule gelobt.