Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Wathlingen Wathlingen befürchtet Ärztemangel
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlingen befürchtet Ärztemangel
17:20 10.12.2013
Von Simon Ziegler
Dr. Andreas Mannewitz hat selbst jahrelang nach einem Nachfolger gesucht. Vergeblich.  Quelle: Alex Sorokin
Wathlingen

Eine "Wirtschaftsberatung im Heilwesen" soll es richten. Am Montag beschloss der Wathlinger Gemeinderat, dass Geld für die Suche von Allgemeinmedizinern in die Hand genommen werden soll, die sich in Wathlingen niederlassen. 6000 Euro kostet die Dienstleistung des Beraters aus Hannover. Weitere 6000 Euro werden pro vermitteltem Mediziner fällig.

Das Problem: Die Allgemeinmediziner Dr. Andreas und Dr. Vera Mannewitz gehen zum 1. April in den Ruhestand. Gelingt es nicht, Nachfolger zu finden, bleiben nur noch zwei Hausärzte für die Gemeinde Wathlingen übrig – viel zu wenig für ein Dorf mit über 6000 Einwohnern.

Für die Suche hat man in Wathlingen nur noch wenige Monate Zeit. Zwar sagt Andreas Mannewitz, dass es an zwei Monaten nicht scheitern wird. Doch die Suche ist äußerst schwierig, Ärzte wollen heute nicht aufs Land ziehen. Der Wathlinger Mediziner sucht selbst bereits erfolglos seit drei Jahren.

Die Gemeinde sei selbstverschuldet in große Zeitnot geraten, sagt Mannewitz. Zu lange habe man von einem Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) geträumt. Doch längst hat das Allgemeine Krankenhaus seine Pläne aufgegeben, in Wathlingen in eine Mini-Klinik zu investieren.

Heute ist klar, dass die Arztpraxis Mannewitz und die Gemeinde Wathlingen dasselbe Interesse haben. Das Ehepaar will die Praxis verkaufen, die Gemeinde die ärztliche Versorgung sichergestellt wissen. Bürgermeister Torsten Harms sprach sich im Gemeinderat dafür aus, dass "wir uns aktiv an der Suche beteiligen". Sollte nicht bald ein Nachfolger gefunden werden, befürchtet er, dass "diese beiden Kassenarztsitze nicht in Wathlingen gehalten werden".

Denn ein Arzt, der bereits im Landkreis Celle praktiziert, hat Interesse an der Praxis bekundet, bestätigt Mannewitz. Dieser könnte, sofern er Kollegen findet, eine Zweigniederlassung in Wathlingen aufmachen. Doch es wäre auch möglich, dass er die Kassenarztsitze in eine andere Kommune mitnimmt. Denn die Sitze werden von der Kassenärztlichen Vereinigung nicht für eine Gemeinde oder Samtgemeinde vergeben, sondern für den gesamten Landkreis.

Die Politik war sich im Gemeinderat einig, Geld für die Wirtschaftsberatung auszugeben. "Die SPD-Fraktion spricht sich dafür aus, dass Wathlingen seine vier Kassensitze behält", sagte Fraktionschefin Monika Wendt. "Das Problem beschäftigt uns schon lange. Wir sind zuversichtlich, dass das Geld gut angelegt ist", erklärte Beatrix Thunich (FDP).