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Wathlingen Wathlingen plant Senioren-Wohnungen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlingen plant Senioren-Wohnungen
16:57 21.05.2015
Von Simon Ziegler
Wathlingen

„Es heißt Vier-Generationen-Dorf, für junge Familien wird auch viel gemacht, nicht aber für Senioren“, sagt Gisela Siedentop. Die Vorsitzende der Wathlinger Ortsgruppe des Sozialverbands Deutschland (SoVD) hat die Fragestunde am Montag im Ausschuss „Vier Generationen, Vereine und Gesellschaftsleben“ der Gemeinde genutzt, um Politik und Verwaltung zum Handeln aufzufordern. Großes Problem aus ihrer Sicht: Es gibt kaum seniorengerechte Wohnungen in Wathlingen.

Viele ältere Bürger hätten Bedarf an barrierefreien Wohnungen, sagt Siedentop. Paare wünschten sich 65 Quadratmeter große Wohneinheiten, Alleinstehende 50 Quadratmeter. Die Wohnungen könnten im neuen Baugebiet am 4G-Park entstehen. „Das ist eine Riesenfläche, auf der man barrierefreie Wohnungen bauen könnte“, sagt Siedentop. Dann könnten die Senioren auch den Mittagstisch des 4G-Parks nutzen.

Dass die Gemeinde die Wohnungen nicht selbst bauen und finanzieren kann, weiß auch die SoVD-Vorsitzende. Aber: „Die Gemeinde müsste das anschieben, das tut sie bisher aber nicht. Es müsste intensiv ein Investor gesucht werden“, sagt sie. Nach ihren Angaben habe die Gemeinde zugesagt, barrierefreie Wohnungen zu schaffen, als das neue Baugebiet entstanden ist: „Es hieß, ein Investor kommt“.

Bürgermeister Torsten Harms sagt, die Gemeinde habe das Thema erkannt. Der Verwaltungsausschuss habe bereits den Startschuss für eine Befragung der Menschen über 59 Jahren gegeben. Die Verwaltung arbeite derzeit an Grundrissen für ein solches Objekt und an den Preisen. „Ziel ist es, den Fragebogen sehr konkret zu fassen, denn es nützt nichts, dass jemand nur sein Interesse bekundet, ohne zu wissen, um welche Mietsumme es sich letztendlich handeln wird. Wir wollen konkrete Interessenten für das Projekt“, so Harms.

Der Rat der Gemeinde soll sich in der letzten Sitzung vor der Sommerpause mit dem Thema beschäftigen und dann eine Grundsatzentscheidung treffen, ob das Projekt verwirklicht werden soll. „Wir sind diesbezüglich auch mit einem Investor im Gespräch“, erklärt Harms. Er wünscht sich, dass schon Ende 2016 die ersten Einheiten bezugsfertig sind.

Mit der Herausforderung, ausreichend Wohnraum für Ältere zu schaffen, steht die Gemeinde Wathlingen nicht alleine da. In den vergangenen Jahren lag in fast allen Kommunen der Schwerpunkt eindeutig auf den jungen Familien. Städte und Gemeinden haben enorme Summen in den Ausbau von Kitas und Krippen oder die Umwandlung von Schulen in Ganztagshäuser gesteckt. Das ist im Unterschied zum Bauen oder Entwickeln von Immobilien zwar auch ureigene Aufgabe der Kommunen. Doch in Zeiten der alternden Gesellschaft wird der Bedarf an Wohneinheiten für Ältere jenseits von Seniorenresidenzen zweifelsohne enorm wachsen.