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Wathlingen Wathlingen wehrt sich gegen Asse-Wasser
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20:39 19.04.2016
Seit Jahren kommt Lauge ausa der Asse nach H Quelle: Joachim Gries
Wathlingen

„Wir werden mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln dagegen kämpfen, dass Wathlingen, das ohnehin schon belastet ist, noch weitere Belastungen hinzubekommt“, sagt Harms. Hintergrund war eine eher vage Aussage eines K+S-Vertreters bei einer Informationsveranstaltung des Unternehmens in Wathlingen zu dieser Frage.

Die Asse ist ein Salzbergwerk bei Wolfenbüttel, in dem radioaktive Stoffe gelagert sind und Salzwasser eintritt. Bisher wurde das im Bergwerk Mariaglück eingelagert. Dieses wird aber bald voll sein. Gerold Jahn von K+S schloss deshalb eine Verbringung nach Wathlingen nicht aus und ergänzte, dass das Wasser von dort nur gering belastet sei. Von solchen Plänen will Bürgermeister Harms aber nichts wissen.

Nur wenig begeistert ist er auch von den Verkehrswegen, die K+S derzeit für die Anfahrt des Materials erwägt, mit denen eine Begrünung des Kaliberges ermöglicht werden soll. „Wenn man sich darauf zurückzieht, es gebe ja Landes- und Kreisstraßen, ist das nicht akzeptabel“, so Harms. Er kann sich mehrere Möglichkeiten vorstellen. Die sogenannte Röhndamm-Spange, also die Verlängerung der Straße, die von der B3 kommt, ist eine, wenn „auch vielleicht nicht realistische Variante. Außerdem könnte man den Bahndamm nutzen, aber nicht als Bahnstrecke, sondern entweder durch die Installation eines Förderbandes oder als Lkw-Strecke“, so Harms.

Er kritisierte in dem Zusammenhang auch den Verkehrsgutachter des Unternehmens, dem es aus seiner Sicht bei der Informationsveranstaltung an der nötigen Ernsthaftigkeit gefehlt habe. „Man hatte nicht den Eindruck, dass er die Sorge der Menschen hier so ernst nimmt, wie es der Situation angemessen ist.“

Fragen hat er auch noch zum Thema Finanzen. Zum einen will Harms geklärt wissen, ob das Unternehmen wirklich, wie behauptet, an der Kalibergbegrünung kein Geld verdient, zum anderen will der Bürgermeister prüfen, wie es sich mit möglichen Altverträgen verhält und welche Ansprüche dort festgelegt wurden. Eine Wathlingerin hatte bei der Informationsveranstaltung behauptet, dass es Altverträge gebe, nach denen das Unternehmen Rückstellungen bilden sollte. Generell hat der Bürgermeister schon den Eindruck, dass die Wathlinger den Kaliberg gerne behalten würden. „Für viele ist der Berg das, was für Paris der Eiffelturm ist“, sagt Harms.

Allerdings erwartet er bessere Konditionen für die Bevölkerung beim „Erhalt“ des Wahrzeichens. Wenig Spielraum sieht Harms beim Thema Munitionsaltlasten. Das ist aus seiner Sicht erledigt, weil K+S die Genehmigung habe, die Altlasten dort zu belassen, wo sie sind. Glücklich ist er mit der Lösung, die Reste unter Tage zu lassen, allerdings auch nicht.

Von Tore Harmening