Menü
Cellesche Zeitung | Ihre Zeitung aus Celle
Wathlingen Wathlingen will Klima schützen
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlingen will Klima schützen
17:35 04.02.2010
Von Simon Ziegler
Kommunaler Klimaschutz in Wathlingen: Jetzt wird konkret Quelle: nicht zugewiesen
Wathlingen

Es ist ein wahrer Marathon, den die beiden Energieberater Benedikt Siepe und Heino Thomsen in den vergangen Monaten hinter sich haben. Sie haben alle öffentlichen Immobilien innerhalb der Samtgemeinde Wathlingen untersucht. Die Analyse – im Landkreis Celle ist die Samtgemeinde laut Verwaltungschef Wolfgang Grube die einzige Kommune, die ein solches Gutachten in Auftrag gegeben hat – soll Klarheit bringen, an welchen Stellen wieviel Geld eingespart werden kann.

Das Gutachten, das jetzt der Politik vorgestellt wird, hat gut 60000 Euro gekostet, wovon 80 Prozent über Fördermittel des Bundesforschungsministeriums refinanziert werden. „Auf jeden Fall sind wir damit in der Lage, viel Geld einzusparen“, glaubt Grube.

Die Energieberater sind in zwei Schritten vorgegangen. 29 Gebäude wurden lediglich einer groben Analyse unterzogen. In vier Gebäuden – den Rathäusern in Wathlingen und Nienhagen, der Grundschule in Wathlingen und dem dortigen Feuerwehrhaus haben sie dagegen genau untersucht, was aus energetischer Sicht getan werden müsste. Beispiel Rathaus Wathlingen, Verwaltungssitz von Gemeinde und Samtgemeinde: „Im Altbautrakt müsste eine Dachschräge und eine Decke gedämmt werden, auch die Dämmung bei einigen Fenstern und Türen ist verbesserungswürdig. Entscheidend ist aber der alte Heizkessel. Der müsste ausgetauscht werden“, sagt Thomsen. Wieviel ein neues Heizsystem kostet, ist aber noch nicht ermittelt.

Genaue Zahlen liefert der Fachmann aber für das Feuerwehrhaus: Dort ist ein Verbrauch von 110000 Kilowattstunden im Jahr festgestellt worden. Durch Heizungsoptimierung und einen Kesselaustausch ließen sich problemlos 30 Prozent einsparen, das heißt rund 2000 Euro im Jahr. Die Investitionskosten lägen bei 14000 Euro. Das Vorhaben hätte sich also nach sieben Jahren amortisiert.

„Das Energiegutachten liefert einen Anstoß“, sagt Siepe, aus dem weitere Schritte erfolgen müssten. Der Ball liegt damit wieder bei der Politik. Sie muss letztlich entscheiden, an welchen Energie-Schrauben in Zukunft gedreht wird. Die Gutachter machen aber klar, dass die Samtgemeinde energetisch bereits ziemlich gut aufgestellt ist. So habe der Celler Energieversorger SVO Zahlen geliefert, wonach sich der Energieverbrauch in der Samtgemeinde im Jahr 2008 bereits zu 25 Prozent aus regenerativen Energien speiste – 20 Prozent aus Biogas, fünf Prozent aus Windkraft. Inzwischen dürfte der Satz längst bei über 30 Prozent liegen. Siepe: „Der bundesweite Schnitt liegt nur bei zehn Prozent.“