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Wathlingen Wathlinger Andreas Pröve startet Vortragstournee
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04:22 10.02.2018
Quelle: Fremdfotos/eingesandt
Wathlingen

Bereits drei Jahre nach dem Unfall unternahm er seine erste Reise nach Sri Lanka und Indien. Es folgten weitere Reisen in Asien, Amerika und Europa. Die meisten Strecken bewältigte Andreas Pröve mit seinem Handbike, das er per Kurbelbewegung mit den Händen fortbewegt. Wieder zurück in Wathlingen, fängt die Arbeit immer erst richtig an: Fotos, Videos und Geschichten müssen gesichtet, bearbeitet und zu interessanten Vorträgen gestaltet werden, die Tausende von Besuchern begeistern. „Wenn man mit dem Rollstuhl unterwegs ist, erlebt man wirklich absurde Geschichten, die man mit anderen Reiseformen vielleicht nicht so erlebt“, versucht der Fotoreporter seinen Erfolg zu erklären. "Wichtig ist es, die Menschen zu berühren und zum Weiterdenken anzuregen. Zudem sprechen die spektakulären Fotos und Videos für sich."

Ein Fotoreporter im roten Rollstuhl sorgt für Aufsehen und hebt Schranken auf. „Überall wurde ich von den Einheimischen freundlich behandelt“, betont Andreas Pröve. „Die Hilfsbereitschaft ist oft übermäßig und für einen Europäer schwer vorstellbar. Leider gilt das auch für die Armut. Daher habe ich immer das Bedürfnis, vor Ort etwas zurückzugeben und engagiere mich für sorgfältig ausgewählte Projekte. “Zurzeit geht es um die Unterstützung des Vereins "Rainbow Children" aus Marburg, der in Kenia ein Zentrum errichtet, das Kindern mit körperlichen Behinderungen professionelle Unterstützung bieten möchte. In Kenia werden viele Neugeborene mit Behinderungen ausgesetzt, da ihre Eltern befürchten, dass ein behindertes Kind Unglück über die ganze Familie bringen könnte.

Die letzten Reisen führten Andreas Pröve durch Myanmar. Bereits vor über 30 Jahren war er sieben Tage durch das damalige Burma gereist. Seine Begeisterung kannte keine Grenzen. „Von allen Ländern, die ich bis dahin bereist hatte, gefiel es mir in Burma am besten“, macht Andreas Pröve deutlich. „Als es 2014 nach einem Regimewechsel aussah, war für mich klar, dass ich dort noch mal hin wollte.“ Der ersten Reise im Jahr 2014 nach Myanmar folgten noch zwei weitere im Jahr 2015. Insgesamt legte er über 3000 Kilometer mit seinem Rollstuhl in dem beeindruckenden Vielvölkerstaat zurück. Inzwischen ist das Handbike zusätzlich mit einem kleinen Motor ausgestattet. Damit kann der Wathlinger mit bis zu Tempo 30 unterwegs sein. „Ich werde ja nicht jünger“, sagt der 60-Jährige zum Motor. Die Hälfte der Strecke legte er allein zurück. Ansonsten war ein Fotograf mit von der Partie. „Für meine Vorträge benötige ich Bilder, auf denen ich zu sehen bin“, erklärt Pröve.

Diesmal waren die Eindrücke natürlich viel intensiver, was die Begeisterung für dieses Land noch gesteigert hat. „Myanmar ist ein wunderschönes Land mit ganz reizenden, offenen Menschen. Dazu kommen überall die goldenen Pagoden – ein unbeschreiblicher Glanz “, schwärmt Pröve. „Damit der Glanz nicht vergeht, müssen die goldenen Gebäude alle fünf Jahre mit einer neuen Goldschicht überzogen werden. Diese Arbeiten habe ich immer wieder beobachten können.“ Der Lebensstandard hat sich sichtbar verbessert; es gibt deutlich mehr Touristen im Land. Allerdings hat Andreas Pröve seine Zweifel am Regimewechsel: „Die Militärpräsenz ist immer noch extrem. Ständig wurde ich kontrolliert. Touristen müssen in Hotels übernachten. Ich auch. Wenn man abends in ein Hotel kommt, wird der Reisepass achtmal kopiert.“

Ab Mitte Februar startet Andreas Pröve seine nächste Vortragsreise, die ihn durch Südwestdeutschland, in die Schweiz und nach Südtirol führt. Natürlich geht es dann sehr oft um „Myanmar – Zauber eines goldenen Landes“. Zudem bereitet Andreas Pröve seine nächste Reise vor, die ihn ins Reich der Mitte führen wird. „Die Vorbereitung der China-Reise ist nicht einfach. Das ist ein riesengroßes Land mit vielen bürokratischen Hürden. Ich plane mit einer Vorbereitungsphase von zwei Jahren.“

Von Petra Senftleben

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