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Wathlingen Wathlinger Bürger werden zur Kasse gebeten
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlinger Bürger werden zur Kasse gebeten
16:38 21.03.2017
Von Simon Ziegler
Eltern müssen in Wathlingen künftig mehr für die Kinderbetreuung bezahlen. Quelle: Monika Skolimowska
Wathlingen

Der Gemeinderat konnte sich aber nicht – wie eigentlich erwartet – dazu durchringen, die Grundsteuern A und B auf 600 Punkte im kommenden Jahr anzuheben. Stattdessen einigte sich das Gremium darauf, dass ein mögliches Defizit im Etat 2018 über höhere Grundsteuern A und B ausgeglichen wird. Das bedeutet: Die Steuersätze könnten dann auch noch höher als 600 Punkte steigen. Gerechnet wird damit zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht. Schon heute hat die Gemeinde Wathlingen die höchsten Steuersätze im gesamten Kreis Celle.

In der Einwohnerfragestunde zeigte sich, dass einige Bürger mit dem finanzpolitischen Kurs von Bürgermeister Torsten Harms nicht einverstanden sind. Ein Wathlinger sagte, dass hohe Steuern abschreckend für Unternehmen und Bürger wirkten. Weil schon vor zwei Jahren die Steuersätze erhöht wurden, fragte ein anderer Harms ganz unverblümt: "Sind Sie nicht der Meinung, dass Sie versagt haben?"

Der Bürgermeister ließ sich auf das Geplänkel ein. "Dass ich versagt habe, haben viele Bürger bei der Kommunalwahl anders gesehen. Ich lasse mich nicht von einigen wenigen vom Weg abbringen", sagte er. Überhaupt gebe es Leute in Wathlingen, die "immer nur am Meckern sind".

Mehrfach wies Harms darauf hin, dass der Landkreis 2018 im Haushalt eine "schwarze Null" fordere. Der Rat habe nach Einsparungen gesucht. So gebe es im Bürgermeisteramt nur noch einen statt zwei Mitarbeitern. Es werde sogar weniger geputzt, um Geld zu sparen. Die Steuererhöhungen hält Harms für okay. "Was Sie an Grundsteuern hier zahlen, ist nicht mal der Beitrag für eine Muckibude", ätzte er.

Für den Wathlinger Haushalt stimmten CDU, FDP und SPD. Dagegen votierten BL/Twelkemeyer, Grüne und Linke. Der Etat weist ein Defizit von 176.500 Euro aus – immerhin weniger als 2016. Trotz der nach wie vor schwierigen Finanzlage sind in Wathlingen enorme Investitionen für fast 4,5 Millionen Euro geplant. Der größte Posten betrifft den Ankauf von Bauland für das neue Baugebiet. Dafür sind 1,8 Millionen Euro vorgesehen, sagte Kämmerer Thorsten Borchers der CZ. Für den geplanten Kita-Neubau sind 1,6 Millionen Euro eingeplant.