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Wathlingen Wathlinger Grüne fordern Ende der Samtgemeinde
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlinger Grüne fordern Ende der Samtgemeinde
17:22 12.02.2010
Von Simon Ziegler
Wathlingen

Angesichts der Querelen zwischen Samtgemeinde Wathlingen und der Mitgliedsgemeinde Nienhagen plädieren die Grünen für die Auflösung der Samtgemeinde. Die Samtgemeinde-Fraktion hat deshalb einen Antrag auf Umwandlung in eine Einheitsgemeinde gestellt, teilte der Fraktionsvorsitzende Gerald Sommer mit.

Da sich einzelne Gemeinden verselbstständigten und die mit der Samtgemeinde verbundenen Lasten nur noch anteilmäßig tragen wollen, sei es dringend nötig, zu handeln, so die Grünen. Sie verweisen damit unverhohlen auf das Ziel Nienhagens, aus dem gemeinsamen Bauhof auszusteigen, sollten nicht künftig alle Leistungen direkt abgerechnet werden. Zwischen der Samtgemeinde und Nienhagen ist zudem ein Streit über ein Samtgemeinde-Darlehen für den Wathlinger Vier-Generationenpark entbrannt, der möglicherweise vor Gericht entschieden werden muss.

Eine Einheitsgemeinde hätte zur Folge, dass es nur noch einen Bürgermeister, einen Gemeinderat und eine Verwaltung geben würde. Die Grünen, die sich seit Jahren für eine Einheitsgemeinde stark machen, vermuten erhebliche finanzielle Einsparungen. Samtgemeinde-Ratsfrau Simone Welzien verweist unter anderem auf Potenzial im Personalbereich.

Theoretisch ist die Umwandlung in eine Einheitsgemeinde möglich, wenn die Gemeinderäte aus Wathlingen, Nienhagen und Adelheidsdorf zustimmen. Allerdings scheint dieser Schritt unter den derzeit handelnden Akteuren als völlig ausgeschlossen. So hatte Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms seinem Pendant im Nienhäger Rathaus, Klaus Gärtner, zuletzt offen „Separatismus“ vorgeworfen.

Der Weg der Samtgemeinden führe in ganz Niedersachsen mittel- und langfristig ohnehin zu Einheitsgemeinden, zeigt sich der Wathlinger Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube dagegen offen für die Initiative der Grünen. „Es wird auf uns zukommen“. Er verwies auf Kassenkredite von zwölf Millionen Euro aller drei Mitgliedsgemeinden. „Jedes Jahr kommen zwei Millionen obendrauf. Wie weit kann das gehen?“, fragt Grube.

Er bringt unter anderem Einsparungen in der Verwaltung ins Spiel. Derzeit gebe es einen erheblichen Verwaltungsaufwand, um allein vier Räte und Dutzende von Fachausschüssen in Wathlingen, Nienhagen, Adelheidsdorf sowie der Samtgemeinde vorzubereiten.

Dass der Weg für eine Einheitsgemeinde steinig ist, weiß Grube. „Es gibt Lokalpatriotismus. Die Leute wollen ihre Identität behalten. Vor allem die Nienhäger haben Angst, den Reichtum, den sie nicht mehr haben, zu verlieren.“