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Wathlingen Wathlinger Kalibahn hofft auf "ehrliches Angebot"
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlinger Kalibahn hofft auf "ehrliches Angebot"
18:13 25.02.2015
Von Simon Ziegler
Wathlinger Kalibahner wollen alte Industrie-Strecke erhalten. Quelle: Simon Ziegler
Wathlingen

„Rettet die Kalibahn“, steht auf den Schildern, die Joachim Leiner, Rüdiger Hagen und Friedrich Curdt vom Kleinbahnverein Wathlingen-Ehlershausen am Mittwoch aufgestellt haben. Verteilt wurden sie in Hänigsen, Nienhagen, Wathlingen und im Bereich Elwerath. Denn wenn am Donnerstag Vertreter des Bergbauunternehmens K+S zu Wathlingens Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Grube fahren, um über die Zukunft der Bahnstrecke zu sprechen, sollen die Schilder nicht zu übersehen sein.

Seit langer Zeit ärgern sich die Kleinbahner darüber, dass der Dax-Konzern bisher keine verbindlichen Aussagen gemacht hat, wie es mit der Strecke weitergeht. Die Kleinbahner fahren mit ihren Draisinen von Wathlingen nach Elwerath und von Wathlingen nach Hänigsen. K+S hatte den Pachtvertrag mit den Landesforsten für den mittleren Abschnitt der Strecke Wathlingen-Hänigsen gekündigt. Ende des Jahres läuft der Nutzungsvertrag mit den Kleinbahnern aus. Gibt es keine Einigung, müssen die Schienen abgebaut werden. Das Ende der Kleinbahn droht.

„Das ist die letzte Möglichkeit, dass Thema Eisenbahn-Kultur in der Region unter die Leute zu bringen“, sagt Rüdiger Hagen, Mitglied im Kleinbahn-Verein. Es gehe darum, das „Industrieerbe Eisenbahn“ aufrecht zu erhalten. Außerdem handele es sich um eine landschaftlich äußerst attraktive Strecke, ergänzt der ehemalige Steiger bei Kali und Salz, Friedrich Curdt.

Kleinbahn-Vorsitzender Joachim Leiner betont, dass die Bahn ein touristisch interessantes Ziel sei, jedes Jahr kämen ein paar tausend Besucher. „Wir hoffen, dass K+S ein ernst und ehrlich gemeintes Angebot auf den Tisch legt. Darauf haben wir drei Jahre gewartet“, sagt Leiner. Zudem erwarte er, dass endlich mit den Kalibahnern und nicht nur über sie gesprochen werde.

Samtgemeindebürgermeister Grube geht davon aus, dass K+S einen Lösungsvorschlag unterbreitet: „Wir hoffen, dass das der Beginn einer ernsthaften Verhandlung ist.“ Auch er hat in der Vergangenheit mehrfach sein Unverständnis zum Ausdruck gebracht, dass K+S keine konkreten Aussagen getroffen hat.

Von Behördenseite soll klargestellt worden sein, dass der Konzern den Boden sanieren muss, wenn die Schienen abgebaut werden. Wenn der Kleinbahnverein weiterfährt, kann nicht saniert werden. Eine Idee sieht vor, dass eine Stiftung gegründet wird, die formal die Rückbauverpflichtung übernimmt. Das für den Rückbau benötigte Geld müsste K+S einbringen.

Sollte es keine Einigung geben, wäre die Region um eine Attraktion ärmer. „Ich fände es schön, wenn die Bahn erhalten bliebe“, sagte gestern Nils Jatzkowski. Der Hänigser machte einen Spaziergang am Kaliberg. “Die Bahn begleitet mich schon seit meiner Kindheit. Mein Urgroßvater war Lokomotivführer bei der Kalibahn.“