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Wathlingen Wathlinger Kaliberg beschäftigt zwei Gemeinderäte
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlinger Kaliberg beschäftigt zwei Gemeinderäte
05:43 17.02.2018
Von Simon Ziegler
Wathlingen

Anfang kommender Woche geht es weiter: Am Montag tagt der Wathlinger Gemeinderat, am Dienstag sind die Kollegen in Nienhagen an der Reihe. Es geht um die erwartete Verkehrsbelastung, wenn täglich Dutzende Laster Bauschutt zum Berg fahren. Es geht um geologische Fragen. Es geht um das Material, das am Berg verbaut werden soll.

Der Wathlinger Rat tagt am Montag, 19. Februar, ab 19 Uhr im 4G-Park. „Bergrechtliches Planfeststellungsverfahren zur Abdeckung der Kalirückstandshalde Niedersachsen“, heißt der Beratungspunkt. Eine von der Gemeinde beauftragte Rechtsanwältin wird aus rechtlicher Sicht zu den Antragsunterlagen Stellung nehmen. Ferner wird Wolfgang Scholz zu dem Antrag aus technischer Sicht berichten.

Zudem geht es in der Ratssitzung um einen Antrag der Grünen. Die Fraktion fordert, dass die Gemeinde für die Abdeckung der Halde K+S keine Grundstücke zur Verfügung stellt. Hintergrund: K+S braucht mehr Platz am Berg, weil die Halde für die Begrünung flacher und damit breiter werden muss. Zuletzt hatte Bürgermeister Torsten Harms angekündigt, dass bis zum rechtskräftigen Abschluss des Verfahrens keine Grundstücke, die am Kaliberg in Gemeindehand sind, an den Konzern verkauft werden sollen.

Weiter geht es dann am Dienstag, 20. Februar, im Nienhäger Gemeinderat (19 Uhr, Rathaus). Zuletzt hatte bereits der Bauausschuss mehrere Einwände geltend gemacht. Geplant ist, dass der Rat die endgültige Stellungnahme der Gemeinde für das Planfeststellungsverfahren verabschiedet. Nienhagen widerspricht unter anderem dem Vorhaben, belastete Wässer aus anderen Lagerorten in das hiesige Bergwerk zu verpressen.

Mitten im Grünen am Rand des alten Ortskerns von Wathlingen lebt der Weltenbummler und Fotoreporter Andreas Pröve mit seiner Familie. Sein Haus wurde 1981 gebaut – als sich der 23-Jährige nach einem Motorradunfall in einer Spezialklinik für Rückenmarksverletzungen aufhielt und sich auf ein Leben im Rollstuhl vorbereitete. „Meine Freunde aus Wienhausen und Bockelskamp, wir hatten uns sonst immer in Bockelskamp mit unseren Motorrädern getroffen, trafen sich nun bei mir auf der Baustelle und bauten für mich ein barrierefreies Zuhause. Mein Leben hatte sich komplett geändert, aber meine Freunde sind geblieben“, resümiert Andreas Pröve. An Motorradfahren und an eine Berufstätigkeit als Tischler war nicht mehr zu denken.

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Ein Thema dominiert derzeit das Geschehen in der Gemeinde Wathlingen: die geplante Begrünung des Kalibergs. Doch es ist bei weitem nicht das einzige Thema, das Politik und Verwaltung in diesem Jahr auf der Agenda haben.

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Die Gemeinde Wathlingen macht im Verfahren zur Begrünung des Kalibergs zahlreiche Kritikpunkte geltend. Nach Durchsicht der Antragsunterlagen zum Planfeststellungsverfahren seien wesentliche Fragen nicht geklärt, sagte Bürgermeister Torsten Harms. "Zum Teil sind die gemachten Angaben so dürftig, dass sie nicht nachprüfbar sind", erklärte der Bürgermeister, der grundsätzlich für eine Minimierung der Grundwasserbelastung durch eine Begrünung des Bergs ist. Der vorgelegte Antrag fördere aber erhebliche Zweifel an den Absichten von K+S, kritisiert Harms.

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