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Wathlingen Wathlinger Posse um Skymarkt-Zufahrten
Celler Land Samtgemeinde Wathlingen Wathlingen Wathlinger Posse um Skymarkt-Zufahrten
20:21 02.02.2015
Von Simon Ziegler
"Es sind einfach Fakten geschaffen worden." Von der Hänigser Straße führen zwei Zufahrten zum Skymarkt in Wathlingen. Quelle: Benjamin Westhoff
Wathlingen

Posse in Wathlingen: Rund um den neuen Sky-Supermarkt ist ein Streit um die Zufahrten entbrannt. Ein Ortstermin vor einigen Tagen endete ergebnislos, ein Ausweg ist noch nicht in Sicht.

Was war geschehen? Der Investor, die Manus AG aus Hannover, hat für den Supermarkt von der Hänigser Straße zwei Zufahrten zum Markt gebaut. Eine weitere führt vom Finkenweg zu dem Vollversorger. Problematisch sind aber nur die beiden Zufahrten von der Hänigser Straße. Weil es sich um eine Landesstraße handelt, kommt die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Verden ins Spiel. „Es ist aus Gründen der Verkehrssicherheit grundsätzlich günstiger, wenn man nur eine Zufahrt hat“, sagt Amtsleiterin Gisela Schütt. „Das Problem ist, dass wir gar nicht beteiligt worden sind. Es sind einfach Fakten geschaffen worden. Jetzt müssen wir sehen, wie wir damit umgehen.“ Denkbar sei, dass eine der beiden Zufahrten wieder zurückgebaut werden muss.

Vor ein paar Tagen lud die Gemeinde zum Ortstermin ein, es sollte eine Art Güteverhandlung werden. Eine große Runde traf sich am Sky-Markt: Vertreter von Gemeinde, Samtgemeinde, Landkreis, Straßenbehörde und Investor kamen, um nach einer Lösung zu suchen. Vergebens, der Ton soll rüde gewesen sein, am Ende verzichtete man sogar auf das obligatorische Kaffeetrinken. Wie es jetzt weitergeht, ist völlig unklar.

Wathlingens Bürgermeister Torsten Harms schildert den Sachverhalt so: Bei der Aufstellung des Bebauungsplans hat sich die Straßenbehörde sinngemäß so geäußert, dass sie bei der konkreten Planung beteiligt werden will. Diese Bemerkung wurde aber nicht in den B-Plan hineingeschrieben, der dann vom Gemeinderat verabschiedet wurde. Man sei, sagt Harms, davon ausgegangen, dass die Zufahrten im Genehmigungsverfahren geprüft werden. Die Manus AG stellte den Bauantrag, der Landkreis erteilte schließlich die Genehmigung.

Trotzdem war Harms offenbar nicht ganz wohl bei der Sache. Er bat darum, dass sich die Straßenbehörde des Landes die Sache vor Ort ansieht. Ein Mitarbeiter der Celler Straßenmeisterei kam vorbei und erklärte kurzerhand, alles sei in Ordnung.

Das war es aber nicht, ein paar Wochen später bekam die Gemeinde Post. Tenor: Es könne ja wohl nicht sein, dass die Landesbehörde bei der Planung übergangen werde.

Jetzt streiten sich die Beteiligten darüber, wer den entscheidenden Fehler gemacht hat. War es die Gemeinde, weil sie die Landesbehörde nicht korrekt beteiligt hat? Waren es die Verdener, die einen Mitarbeiter nach Wathlingen schickten, der sein Okay für etwas gab, das er wohl nicht durfte? Hätte der Landkreis Celle bei der Baugenehmigung einschreiten müssen? Oder wäre es am Bauherrn gewesen, einen Antrag direkt bei der Landesbehörde zu stellen?

Der Investor soll dem Vernehmen nach ziemlich sauer sein. Denn er hatte ja eine rechtskräftige Baugenehmigung, nach der er zwei Zufahrten baute. Bürgermeister Harms schlägt jetzt vor, eine Zufahrt für Kunden zu sperren. Über diese Nebenzufahrt dürften dann nur noch Waren angeliefert werden.